Das körpereigene Immunsystem schützt normalerweise den Körper vor Viren und Bakterien. Bei einer Autoimmunerkrankung greift es fälschlicherweise gesundes Gewebe an. Durch eine Fehlsteuerung bildet es Abwehrzellen oder Antikörper gegen eigene Organe oder Zellen (Autoantikörper). Das kann zu chronischen Entzündungen und schweren Organ- bzw. Gewebeschäden führen. Klinisch relevant sind zum Beispiel Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1 und Rheumatoide Arthritis.
Um Atherosklerose als Autoimmunerkrankung definieren zu können, fehlte es bislang an validen Beweisen. Forscher eines internationalen Konsortiums unter deutsch-chinesischer Leitung konnten jetzt den Beweis erbringen, dass Atherosklerose zu den Autoimmunerkrankungen gehört.
Sie identifizierten Autoantikörper, die nach dem Transfer in Mäusen die Atherosklerose deutlich erhöhen. Diese Autoantikörper richten sich gegen das körpereigene Protein Histon 2B und andere körpereigene Proteine. Wurden die Mäuse mit Histon 2B geimpft, verstärkte sich die Atherosklerose – für die Wissenschaftler erstmals der Beweis, dass Atherosklerose kritische Kriterien einer Autoimmunerkrankung erfüllt. Die tierexperimentellen Ergebnisse konnten in einer klinischen Studie mit 495 Patienten bereits bestätigt werden.
Publikation: Zhang C et al. Nat Cardiovasc Res 2026; 5: 869–890. https://doi.org/10.1038/s44161-026-00864-w
Quelle: Nachrichten aus der Forschung / Ludwig-Maximilians-Universität München





