Asobiotika sind eine neue Klasse programmierbarer Antibiotika. Sie basieren auf Antisense-Oligonukleotiden (ASOs) und blockieren selektiv essenzielle bakterielle Gene. Damit bieten sie einen vielversprechenden Behandlungsansatz bei resistenten bakteriellen Infektionen, bei denen klassische Antibiotika versagen. Ein deutsches Forscherteam aus Hannover und Würzburg hat nun untersucht, wie sich Bakterien an Asobiotika anpassen. Da ihre Sequenz schnell neugestaltet werden kann, bieten sie das Potenzial, mit der Evolution antibiotikaresistenter Krankheitserreger Schritt zu halten. An gramnegativen bakteriellen Krankheitserregern haben sie im Labor die Entstehung von Resistenzen gegen Asobiotika untersucht. Ergebnis: Bakterien verhindern entweder den Eintritt des Antibiotikums in die Zelle oder verändern die zelluläre Abwehrreaktion, sobald das Molekül sein Ziel erreicht hat. Dabei hängt es weitgehend vom Peptid ab, das zur Zuführung des Antibiotikums in die Bakterienzelle verwendet wird, welcher Resistenzmechanismus sich entwickelt. In Kontrollexperimenten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die beobachteten Mutationen spezifisch durch die Antisense-Aktivität ausgelöst wurden. Eine einzige Mutation im Gen prfB reicht demnach aus, um die Resistenz zu erhöhen.
Publikation: Mulkern AJ ett al. Nat Commun. 2026;17(1):8262. doi: 10.1038/s41467-026-76357-y. PMID: 42586984; PMCID: PMC13469510.
Quelle: Mitteilung TWINCORE Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH





