Australische Forscher konnten in einer aktuellen Studie zeigen, dass eine intensive, langfristige blutdrucksenkende Therapie das Risiko für einen erneuten Schlaganfall bei Menschen, die eine spontane intrazerebrale Blutung (ICB) überlebt haben, um 38% verringert.1 Das Ergebnis dieser Studie ist ein aktuelles Beispiel dafür, dass im Allgemeinen niedriger Blutdruck als gesundheitsfördernd und gefäßschonend gilt und daher als Therapieziel angestrebt wird.
Viele Betroffene mit Hypotonie haben keine Beschwerden. Es können aber Symptome wie z.B. Schwindel, Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Leistungsschwäche und Zittern auftreten. Niedriger Blutdruck (nach WHO-Definition Frauen unter 100/60mmHg, Männer unter 110/70mmHg) kann manchmal aber auch mehr als nur Kreislaufprobleme bedeuten. Dann kann es zu Kollapsneigung, Synkopen, akutem Kreislaufversagen, Ohnmacht oder Tachykardie kommen. Insbesondere ältere Patienten sind dadurch gefährdet.
Gerade bei betagten Menschen kann auch eine orthostatische Hypotonie oder ein plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen (akut ab systolisch um ≥ 20 mmHg oder diastolisch um ≥ 10 mmHg) paradoxerweise das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit erhöhen („kardiovaskuläres Paradoxon“).2
Quellen:
1 Wang X et al. Lancet Neurol 2026; 25(9):830-839. DOI: 10.1016/S1474-4422(26)00244-9
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