Die Forschung zeigt, dass die Diagnose Multiple Sklerose (MS) weiter gefasst werden muss. Manche diagnostizierte MS ähnelt zwar der klassischen MS, wird aber mittlerweile als eigenständige Erkrankung formuliert, wie z.B. MOGAD (MOG-Antikörper assoziierte Erkrankungen) und NMOSD (Neuromyelitis Optica Spektrum Erkrankungen). Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass MS wohl ein ganzes Spektrum verschiedener entzündlicher Autoimmunerkrankungen des ZNS umfasst. Ihre Abgrenzung von der klassischen MS erfolgt durch den Nachweis spezifischer Autoantikörper gegen Antigene im ZNS. Für die allermeisten Patienten mit der Diagnose MS oder MS-ähnlichen Erkrankungen sind die Antigene allerdings noch immer unbekannt. Nun hat ein Team von Forschern des LMU Klinikums ein solches Antigen im Gehirn identifiziert, gegen das sich bei einigen Patienten mit MS oder MS-ähnlichen Erkrankungen die fehlgeleitete Immunreaktion richtet. Es handelt sich um das Protein MLC1, das auf der Oberfläche von Astrozyten vorkommt. Mit einem neu entwickelten Test wurden Antikörper gegen MLC1 im Blut bei vier von etwa 300 Patienten gefunden, die eine MS oder eine MS-ähnliche Erkrankung diagnostiziert bekommen hatten. Die Wissenschaftler konnten außerdem zeigen, dass Antikörper gegen MLC1 Astrozyten zerstören und eine Entzündung im Rückenmark verstärken können.
Publikation: Wong HK et al. Sci Transl Med 2026;18(864). DOI:10.1126/scitranslmed.ady0403
Quelle: Pressemitteilung LMU Klinikum





