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Check-up mit Leberblick

Symbolbild Leber

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Check-up mit Leberblick

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Die Leber arbeitet lange unauffällig. Selbst relevante Schäden verursachen häufig keine Beschwerden, sodass sich viele Betroffene gesund fühlen, obwohl bereits eine Fibrose oder eine andere chronische Lebererkrankung vorliegt. Angesichts der hohen Zahl metabolisch bedingter Fettlebererkrankungen sieht die DGVS deshalb eine Lücke im bisherigen Gesundheits-Check-up: Die Leber wird noch nicht systematisch genug berücksichtigt.

FIB-4 könnte eine wichtige Lücke schließen

Ein einfacher Ansatz für die Primärversorgung ist der FIB-4-Score. Er lässt sich aus Routinedaten berechnen, die in vielen Hausarztpraxen ohnehin vorliegen: Alter, AST, ALT und Thrombozytenzahl. Der Wert dient nicht als alleinige Diagnose, sondern zur Risikostratifizierung. Er kann helfen, Patientinnen und Patienten zu erkennen, bei denen eine fortgeschrittene Lebererkrankung wahrscheinlicher ist und eine weiterführende Abklärung erfolgen sollte.

Nicht nur auf metabolische Risikofaktoren achten

Besonders aufmerksam sollte man bei metabolischen Risikofaktoren wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Bewegungsmangel sein. Auch Alkoholkonsum, Medikamente, Virushepatitiden und andere Ursachen chronischer Lebererkrankungen gehören in die Anamnese. Bei auffälligen oder nicht eindeutig einzuordnenden Befunden kann eine Überweisung zur weiteren Diagnostik sinnvoll sein. Die Leber-Elastographie ermöglicht eine nichtinvasive Messung der Lebersteifigkeit und damit eine bessere Einschätzung von Fibrose und Zirrhose als Laborwerte allein.

Erheblicher präventiver Nutzen

Die Forderung der DGVS lautet, die Leberdiagnostik strukturiert in die Gesundheitsuntersuchung zu integrieren, den FIB-4-Score bundesweit zu etablieren und die Elastographie angemessen zu vergüten. Für die hausärztliche Versorgung wäre das vor allem ein standardisierter, niedrigschwelliger Ablauf: Risikofaktoren erfassen, vorhandene Laborwerte sinnvoll nutzen, bei erhöhtem Risiko gezielt weiterleiten und die Ergebnisse in die langfristige Betreuung einbeziehen.

Der präventive Nutzen ist erheblich. Früh erkannte Lebererkrankungen lassen sich in vielen Fällen durch Gewichtsreduktion, mehr Bewegung, weniger Alkohol, eine zuckerarme Ernährung und gegebenenfalls eine spezifische Therapie beeinflussen. Ein Check-up ohne Leberblick könnte daher künftig als unvollständig gelten.

Quelle: DGVS 2026

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