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DGVS-Kongress: Dünndarm-Erkrankungen – Fortschritte in der Therapie

DGVS-Kongress: Dünndarm-Erkrankungen – Fortschritte in der Therapie

Kongressberichte

Allgemeinmedizin

Magen und Darm

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Auf dem DGVS-Kongress in Leipzig zeigte ein Vortrag eindrücklich, wie dynamisch sich die therapeutische Landschaft bei Zöliakie und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen entwickelt.

Raja Atreya (Erlangen) präsentierte einen vielversprechenden SIRT6-Modulator (IMU-856) als innovativen Ansatz, der über die glutenfreie Diät hinausgeht. „In einer ersten Studie hat er die Barrierefunktion der Dünndarmschleimhaut stabilisiert und bei Glutenreexposition weniger Schleimhautschäden verursacht als Placebo“, so Atreya. Auch wenn die Patientenzahl noch klein war, gilt das Prinzip der gezielten Epithelprotektion laut des Experten als spannender Ansatz für künftige Therapien.

Dünndarmblutungen

Ein zweites Thema waren wiederkehrende Dünndarmblutungen durch Angiodysplasien. Eine randomisierte Studie mit Thalidomid zeigte hier eine deutliche Senkung der Blutungsrate sowie des Transfusions- und Hospitalisierungsbedarfs. „Allerdings traten relevante Nebenwirkungen wie Obstipation und Neuropathien auf, sodass Thalidomid allenfalls als Reservetherapie für ausgewählte Fälle in Betracht kommt“, betonte Atreya.

Morbus Chron

Beachtung fanden auch Neuerungen im Bereich von Morbus Crohn, insbesondere bei ilealem Befall. Mit den neu zugelassenen Anti-IL-23-Antikörpern Guselkumab und Mirikizumab stehen zwei weitere Optionen neben Risankizumab zur Verfügung. Studien belegen sowohl klinische als auch endoskopische Wirksamkeit, teils mit Vorteilen gegenüber Ustekinumab. „Die Wahl zwischen den Substanzen richtet sich aktuell eher nach Applikationsschema und Patientenpräferenz, da direkte Vergleichsdaten fehlen“, erklärte der Erlanger Mediziner. Auch postoperative Strategien wurden diskutiert: Vedolizumab reduzierte Rezidive, wenn es früh nach ileozökaler Resektion begonnen wurde – entscheidend sei das Zeitfenster von null bis vier Wochen.

Ein „Treat-to-Target“-Ansatz, unterstützt durch Kapselendoskopie oder Sonografie, kann bei Dünndarm-Crohn helfen, stille Krankheitsaktivität früh zu erkennen. Zukunftsweisend ist zudem die Erforschung antifibrotischer Therapien, die bei fibrostenotischem Crohn erstmals Hoffnung auf ursächliche Behandlung geben.

Text: Sonja Buske

Quelle: Viszeralmedizin 2025, Power Lessons Gastroenterologie (online), Dünndarm-Erkrankungen

Abb.: © Mybox WEBB – stock.adobe.com

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