Allgemeinmedizin » Sonstiges

»

DiGAs: Hohe Preise, mangelhaft nachgewiesene Wirksamkeit?

© Hoirulzawadi – stock.adobe.com

DiGAs: Hohe Preise, mangelhaft nachgewiesene Wirksamkeit?

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Sonstiges

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) gibt es mittlerweile für zahlreiche Einsatzgebiete. Als App oder webbasierte PC-Anwendung sollen sie zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen. Seit mehr als 4 Jahren dürfen Ärzte DiGA verordnen. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen: 260 bis 570 Euro für eine Anwendung (3 Monate / Patient). Dabei liegen die anfänglichen Herstellerpreise teilweise deutlich über den finalen Vergütungsbeträgen, die nach den Verhandlungen mit den Krankenkassen bezahlt werden. Wissenschaftler der FAU* haben in einer Übersichtsarbeit nun die Qualität der Zulassungsstudien für DiGA sowie deren Preisgestaltung analysiert. Fazit: Viele Studien zum Nachweis der Wirksamkeit weisen erhebliche wissenschaftliche Mängel auf, wie z.B. fehlende Verblindung, fehlende aktive Kontrollgruppe, fehlende Transparenz. Hersteller tragen Verantwortung dafür, dass die Zulassungsstudien international gültigen Standards entsprechen. Sind die Ergebnisse nicht repräsentativ, muss die in der Studie gemessene Wirksamkeit der DiGA hinterfragt werden. Mit der Einführung der anwendungsbegleitenden Erfolgsmessung (abEM) ab Januar 2026 sollen die wissenschaftlichen Anforderungen an die Hersteller erhöht werden.

Quelle: Daniell H et al. Molecular Therapy 2025; 33(1): 184 – 200. https://doi.org/10.1016/j.ymthe.2024.12.008

Bildquelle:© Hoirulzawadi – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© zinkevych - stock.adobe

Tremor: Mit Ultraschall gegen das Zittern

Aktuelles

Der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall eröffnet Menschen mit schwerem Tremor eine Behandlung ohne Hautschnitt und Implantate. Mehr als 1.000 Ultraschallquellen bündeln ihre Energie im Thalamus und veröden gezielt krankhaft veränderte Nervenstrukturen. Die Methode kann eine Alternative zum Hirnschrittmacher sein.

Allgemeinmedizin

Bewegungsapparat

Beitrag lesen
© RFBSIP - stock.adobe

GLP-1-Rezeptoragonisten: Schwefelgeruch beim Aufstoßen nicht ignorieren

Aktuelles

Schwefel-Rülpser unter einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten sind meist harmlos, sollten bei anhaltenden Beschwerden aber ernst genommen werden. Eine langsamere Magenentleerung kann die Symptome begünstigen. Ernährungsanpassungen helfen häufig; bei Risikopatienten ist eine gezielte Abklärung wichtig.

Allgemeinmedizin

Magen und Darm

Beitrag lesen
© Studio Romantic - stock.adobe

Differenzialdiagnostik: Bei Schwindel auch an vestibuläre Migräne denken

Aktuelles

Wiederkehrender Schwindel kann auf eine vestibuläre Migräne hindeuten – auch wenn Kopfschmerzen fehlen. Die Erkrankung wird häufig spät erkannt und muss unter anderem vom Morbus Menière abgegrenzt werden. Eine gezielte Anamnese zu Attackendauer, Auslösern und Begleitsymptomen erleichtert die Diagnose.

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

Beitrag lesen