Für Menschen mit starkem Tremor werden selbst einfache Handbewegungen häufig zur täglichen Herausforderung. Hier rückt die Behandlung mit Ultraschall mehr und mehr in den Fokus: Mit dem MR-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS) steht ausgewählten Patienten mit schwerem Tremor jetzt eine moderne Therapieoption zur Verfügung, die ohne Hautschnitt und ohne Implantate auskommt. Unter permanenter Kontrolle mittels Magnetresonanztomografie (MRT) bündeln mehr als 1.000 Ultraschallquellen ihre Energie auf einen winzigen Zielpunkt im Gehirn. Beim Tremor liegt dieser Zielpunkt im Thalamus, die zentrale Schaltstelle für Bewegungsabläufe. Durch eine gezielte Erwärmung können die krankhaft veränderten Nervenstrukturen, die das Zittern verursachen, dauerhaft verödet werden. Dabei ist die Wirkung oft schon während der Behandlung sichtbar.
Bereits in der Phase der Testbeschallungen wird häufig schon eine deutliche Verringerung des Zitterns beobachtet. Im MRT können Zielgenauigkeit und Temperatur in Echtzeit überwacht, etwaige Nebenwirkungen schnell erfasst werden. Derzeit wird die Methode vor allem bei essenziellem Tremor und Parkinson-Tremor eingesetzt. MRgFUS bietet sich damit bei schwerem Tremor als Alternative zum Hirnschrittmacher, der bislang etablierten Therapie an.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin – DEGUM e.V.





