Nebenwirkungen, die von GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) verursacht werden, sind meist unbedenklich. Gastrointestinale Beschwerden (Durchfall, Bauchblähung, Krämpfe, Verstopfung) sollten allerdings ernstgenommen werden. Dazu zählen auch die sogenannten Schwefel-Rülpser. Sie treten typischerweise beim Abbau schwefelreicher Lebensmittel wie Proteinen und Kreuzblütlern auf. GLP-1-RA können die Wahrscheinlichkeit von Schwefel-Rülpsern erhöhen. Unter einer GLP-1-Medikation kommt es zu einer langsameren Magenentleerung, wodurch Proteine und andere Nahrungsmittel länger im Magen verbleiben, was die Fermentation schwefelhaltiger Substrate und die Bildung von Schwefelwasserstoff verstärkt. Eine Ernährungsumstellung kann hier schon weiterhelfen (s. Kasten).
Ein besonderes Augenmerk gilt Hochrisikopatienten, wie z.B. bei Patienten mit bereits bestehenden Störungen der Magenmotilität (diabetische Gastroparese, chronische Verstopfung und frühere funktionelle Dyspepsie). Sie bergen ein erhöhtes Risiko, da die Magenentleerung bereits verzögert ist und die Gabe von GLP-1-RAs die verzögerte Entleerung noch zusätzlich begünstigt.
Empfehlungen für Ihre Patienten (modifiziert nach Pinto)
Ernährungsumstellung – kleine, häufige Mahlzeiten (5-6 x täglich) proteinreiche Mahlzeiten früher am Tag langsamer essen, gründlicher kauen und ausreichend Flüssigkeit aufnehmen (2-3 Liter Wasser), kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol vermeiden.
GLP-1-RA-Dosierung – Verträglichkeit von GLP-1-RA ist dosis- und exponierunsgsabhängig; macht daher eine sorgfältige Kontrolle der Magen-„Bremse“ erforderlich.
Bakterielle Überbesiedelung des Dünndarms (SIBO) – hinter anhaltenden Schwefelrülpsern sowie Blähungen, Durchfall oder Bauchbeschwerden kann auch eine SIBO stecken, ggf. weitere Atemtests; bei positiver SIBO-Diagnose mit geeigneten Antibiotika behandeln (falls erforderlich, mit Unterstützung der Darmmotilität).
Quelle: Why Sulfur Burps Shouldn’t Be Ignored for GLP-1 Patients, Medscape Medical News, April 2026





