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Fehlermanagement in der hausärztlichen Praxis

Das Bild zeigt 3 große Zahnräder mit einem kleinem roten Zahnrädchen, die miteinander verbunden sind, mit einem Ausrufezeichen über dem kleinen Zahnrädchen. Dies soll die Zusammenarbeit und die Wichtigkeit von Fehlermanagement in der hausärztlichen Praxis symbolisch darstellen.

Quelle: © Vitalii Vodolazskyi – stock.adobe.com

Fehlermanagement in der hausärztlichen Praxis

Fachbeitrag

Allgemeinmedizin

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: tägliche Praxis

Die Implementierung eines Fehlermanagements gehört zu den gesetzlichen Pflichten für ambulante Praxen. Kenntnisse zur Bedeutung und konkreten Umsetzung im Praxisalltag fehlen jedoch. In der vorliegenden Interviewstudie wurde daher der derzeitige Stand zum Fehlermanagement in diesem Bereich ermittelt. Des Weiteren werden Hürden und Herausforderungen, aber auch unterstützende Faktoren bei der Nutzung von Fehlerberichts- und Lernsystemen beschrieben.

Zusammenfassung

Die Implementierung eines Fehlermanagements gehört zu den gesetzlichen Pflichten für ambulante Praxen. Zum einen bietet eine interne Reflexion und Analyse Chancen für eine Verbesserung praxisinterner Abläufe; zum anderen kann die Einspeisung solcher Erkenntnisse über kritische Vorfälle in Fehlerberichts- und Lernsysteme helfen, das Gesundheitswesen insgesamt zu optimieren. Trotz der potenziell erheblichen Bedeutung von Fehlermanagement gibt es nur wenige Untersuchungen, die sich mit der praktischen Verfolgung dieses Konzepts in hausärztlichen Praxen beschäftigen. Ziel dieser Interviewstudie war es deshalb, die Sichtweisen und Wahrnehmungen von Allgemeinärztinnen und -ärzten zum Fehlermanagement sowie zu Fehlerberichts- und Lernsystemen zu beleuchten.

Im Zuge qualitativer, halbstandardisierter Interviews wurden im Jahr 2023 insgesamt 44 Hausärztinnen und -ärzte in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen befragt. Die Gespräche wurden anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Wie die Ergebnisse zeigen, gibt es zwischen einzelnen Hausarztpraxen ein sehr unterschiedliches Verständnis und Vorgehen in Bezug auf ein strukturiertes Fehlermanagement, was u. a. mit abweichenden Gegebenheiten, aber auch mit unterschiedlichen Wissensständen in Bezug auf die Thematik zusammenhängt. Obwohl Fehlermanagement als wertvoll erachtet und mit einer sinnvollen, kontinuierlichen Verbesserung von Versorgungsabläufen in Verbindung gebracht wird, ist vielen Allgemeinärztinnen und -ärzten bewusst, dass sie im Praxisalltag unter hoher Arbeitsbelastung der Thematik oftmals nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken können. Trotzdem gibt es vielfach Teamsitzungen und den Versuch, v. a. individuell auftretende Fehlerquellen zu vermeiden. Praxisübergreifende Fehlerberichts- und Lernsysteme werden kaum genutzt. Eine zentrale Problemwahrnehmung besteht darin, dass die interviewten Ärztinnen und Ärzte oftmals den Eindruck haben, die im Praxisalltag auftretenden kritischen Ereignisse seien zu spezifisch für ein praxisübergreifendes Berichtssystem. Insgesamt betonen die Interviewten einen hohen Bedarf an weiterführender Schulung und Unterstützung, um ein effektives Fehlermanagement betreiben zu können.

Autoren: J. Wangler, S. Claus, M. Jansky

Originalbeitrag zu diesem Thema in täglichen praxis 2026; 70 (3): 404–413.

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