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Früh handeln, bevor Schmerz chronisch wird

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Früh handeln, bevor Schmerz chronisch wird

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mgb medizin Redaktion

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2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Chronische Schmerzen belasten Millionen Betroffene, erhöhen das Risiko für Depressionen und verursachen hohe Kosten. Viele Menschen erhalten jedoch erst Jahre nach Beginn ihrer Beschwerden eine angemessene Behandlung. Hier setzt das Innovationsfondsprojekt PAIN2.0 an, ein Konsortialprojekt der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. und der BARMER.

Kernstück ist die Ambulante Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie (A-IMST). Das zehnwöchige Gruppenprogramm kombiniert medizinische, physiotherapeutische und psychologische Bausteine für Menschen mit wiederkehrenden oder anhaltenden Schmerzen und erhöhtem Chronifizierungsrisiko.

Paradigmenwechsel notwendig

„Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Schmerzversorgung: weg von einer primär reaktiven Behandlung chronischer Verläufe, hin zu einer frühzeitigen, interdisziplinären und präventiv ausgerichteten Versorgung“, sagt Ulrike Kaiser, Leitende Psychologin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.

Die Teilnehmenden verbesserten ihre Gesundheitskompetenz und ihr Verständnis für ihre Beschwerden. Schmerzen, schmerzbedingte Einschränkungen sowie Katastrophisieren und Stresserleben verbesserten sich bis zu neun Monate nach der Therapie. Wie für die Sekundärprävention üblich, sind die Effekte klein, aber statistisch signifikant.

Prävention als eigenständiges Versorgungsziel

„Die A-IMST zielt nicht primär auf schwer chronifizierte Verläufe, sondern unterstützt Menschen dabei, Ressourcen, Aktivität und Teilhabe zu erhalten“, so Kaiser. Für eine flächendeckende Einführung seien jedoch angepasste Rahmenbedingungen nötig, etwa eine stärkere Berücksichtigung sektorübergreifender Zuweisung und interdisziplinärer Fallbesprechungen in Vergütungsstrukturen.

„Prävention von Schmerzchronifizierung muss als eigenständiges gesundheitspolitisches Versorgungsziel etabliert werden“, fordert Kaiser. „Chronische Schmerzen sollten nicht erst behandelt werden, wenn ihre Folgen bereits eingetreten sind.“

Quelle: Deutscher Schmerzkongress, 21. bis 24. Oktober in Mannheim

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