Allgemeinmedizin » Psyche und Nerven

»

Geruchssinn: Auch eine Frage der Gene

Geruchssinn: Auch eine Frage der Gene

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Wenngleich Geruchsstörungen die Lebensqualität stark beeinträchtigen und Hinweise auf Erkrankungen geben können, ist der Geruchssinn bisher noch wenig erforscht. Wie jetzt eine aktuelle Studie herausfand, ist das Riechen nicht nur Geschmackssache, sondern auch eine Frage der Gene. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Leipzig hat für die bislang größte genetische Studie zum menschlichen Geruchssinn die genetischen Grundlagen bei über 21.000 Menschen europäischer Herkunft analysiert. Ein besonderes Augenmerk lag auf möglichen Unterschieden zwischen Frauen und Männern.

Dabei haben die Wissenschaftler 10 genetische Regionen gefunden, die mit der Fähigkeit, Gerüche zu erkennen, zusammenhängen. Darunter waren 7 neu entdeckte Regionen, von denen 3 geschlechtsspezifische Effekte zeigten. Dieses Ergebnis trägt mit zum Verständnis bei, warum Frauen z.B. während ihres Zyklus oder in der Schwangerschaft Gerüche anders wahrnehmen.

Die Forscher fanden zudem heraus, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Risiko für Alzheimer und der Fähigkeit, Gerüche zu erkennen – ein weiterer Hinweis, dass Geruchssinn, Geschlechtshormone und neurodegenerative Erkrankungen miteinander verknüpft sind.

Literatur: Förster F et al. Nat Commun 2025.16: 5434. 
https://doi.org/10.1038/s41467–025–61330-y

Quelle: Pressemitteilung Universität Leipzig

Bildquelle: © Antonio – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© zinkevych - stock.adobe

Tremor: Mit Ultraschall gegen das Zittern

Aktuelles

Der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall eröffnet Menschen mit schwerem Tremor eine Behandlung ohne Hautschnitt und Implantate. Mehr als 1.000 Ultraschallquellen bündeln ihre Energie im Thalamus und veröden gezielt krankhaft veränderte Nervenstrukturen. Die Methode kann eine Alternative zum Hirnschrittmacher sein.

Allgemeinmedizin

Bewegungsapparat

Beitrag lesen
© RFBSIP - stock.adobe

GLP-1-Rezeptoragonisten: Schwefelgeruch beim Aufstoßen nicht ignorieren

Aktuelles

Schwefel-Rülpser unter einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten sind meist harmlos, sollten bei anhaltenden Beschwerden aber ernst genommen werden. Eine langsamere Magenentleerung kann die Symptome begünstigen. Ernährungsanpassungen helfen häufig; bei Risikopatienten ist eine gezielte Abklärung wichtig.

Allgemeinmedizin

Magen und Darm

Beitrag lesen
© Studio Romantic - stock.adobe

Differenzialdiagnostik: Bei Schwindel auch an vestibuläre Migräne denken

Aktuelles

Wiederkehrender Schwindel kann auf eine vestibuläre Migräne hindeuten – auch wenn Kopfschmerzen fehlen. Die Erkrankung wird häufig spät erkannt und muss unter anderem vom Morbus Menière abgegrenzt werden. Eine gezielte Anamnese zu Attackendauer, Auslösern und Begleitsymptomen erleichtert die Diagnose.

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

Beitrag lesen