Manche Menschen sehen viel jünger aus, als sie sind, andere dagegen deutlich älter. Woran liegt das? Und was passiert dabei im Körper? Lässt sich das biologische Alter einzelner Organe messen? Darauf haben Wiener Forscher jetzt Antworten gefunden. Sie konnten zeigen, dass man mit KI-basierten „Gewebeuhren“ das Alter menschlicher Organe bestimmen kann. Dazu analysierten sie mehr als 25.000 menschliche Gewebeproben von 983 Personen aus 40 verschiedenen Gewebearten des Genotype-Tissue Expression Projects (GTEx). Durch die Kombination der hochauflösenden Gewebebilder mit KI konnten die Wissenschaftler die Veränderungen der Gewebearchitektur über die Jahre hinweg untersuchen. Das Alter erwies sich als der wichtigste Faktor, der das Erscheinungsbild von Gewebe über alle Gewebearten hinweg prägt. Auf dieser Grundlage entwickelten die Forscher „Gewebeuhren“ (engl. „tissue clocks“) – Vorhersagemodelle, die das biologische Alter einer Person anhand ihres Gewebes schätzen können, und zwar für jedes einzelne Organ. Damit konnten sie nachweisen, dass Organe im Laufe des Lebens unterschiedlich schnell altern und diese Veränderungen sich sogar anhand von Blutproben erkennen lassen.
Publikation: Abila E et al. Nat Med 2026. https://doi.org/10.1038/s41591-026-04566-5
Quelle: Presseinformation CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften





