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Long-COVID – keine psychosomatische Erkrankung

Man sieht wie eine Frau, in einem Bett liegt, eine Hand liegt auf ihrer Stirn und ihre Augen sind geschlossen. Dies soll symbolisch einen Crash nach postexertioneller Malaise bei Long-COVID darstellen.

Quelle: © Serhii – stock.adobe.com

Long-COVID – keine psychosomatische Erkrankung

Fachbeitrag

Allgemeinmedizin

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mgb medizin Redaktion

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2 MIN

Erschienen in: internistische Praxis

Long-COVID bezeichnet persistierende Symptome nach SARS-CoV-2-Infektion über mindestens 4 Wochen. Weltweit sind mehr als 400 Millionen Menschen davon betroffen. Diese Übersichtsarbeit synthetisiert die aktuelle Evidenz zu Pathophysiologie, Differenzialdiagnostik und klinischem Management der PCC auf Grundlage einschlägiger Primär- und Übersichtsliteratur sowie klinischer Leitlinien und Kohortenstudien.

Zusammenfassung

Die Post-COVID-19-Condition (PCC) hat sich zu einer der bedeutendsten Herausforderungen der Nachpandemie-Gesundheitsversorgung entwickelt. Schätzungen zufolge sind weltweit mehr als 400 Millionen Menschen betroffen; die jährlichen volkswirtschaftlichen Gesamtkosten übersteigen eine Billion US-Dollar. Die in klinischen Diskursen häufig anzutreffende Einordnung des Krankheitsbildes als primär psychosomatisch wird der pathobiologischen Komplexität der Erkrankung nicht gerecht. Diese Übersichtsarbeit synthetisiert die aktuelle Evidenz zu Pathophysiologie, Differenzialdiagnostik und klinischem Management der PCC auf Grundlage einschlägiger Primär- und Übersichtsliteratur sowie klinischer Leitlinien und Kohortenstudien. Die vorliegende Evidenz belegt ein multisystemisches Krankheitsbild mit biologisch plausiblen und teilweise kausal nachgewiesenen Mechanismen: persistierende Immundysregulation sowie Inflammation, virale Persistenz, autonome Dysregulation, Mikrogefäßpathologie mit Mikrothrombenbildung, strukturelle Organschäden (kardiovaskulär, pulmonal, renal), Blut-Hirn-Schranken-Dysfunktion, intestinale Mikrobiomdysbiose sowie mitochondriale Funktionsstörungen. Die psychische Krankheitslast ist hoch, pathogenetisch jedoch überwiegend als Folge und Verstärker somatischer Prozesse einzuordnen. Eine Einordnung der PCC als primär psychosomatisches Krankheitsbild ist wissenschaftlich nicht haltbar. Das biopsychosoziale Modell stellt den einzig adäquaten konzeptuellen Rahmen für eine evidenzbasierte Versorgung dar. Diagnosestellung, Therapieplanung und ärztliche Kommunikation sollten dieser Komplexität Rechnung tragen.

Autor: C. Gogoll

Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in internistische praxis 2026; 70 (2): 195–210.

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