Als Standardtherapie für obstruktive Schlafapnoe (OSA) gilt bis heute die nächtliche Überdruckbeatmung mittels CPAP-Maske (Continuous Positive Airway Pressure). Viele OSA-Patienten tolerieren eine CPAP-Langzeittherapie aber nicht. Gleichzeitig zeigen immer mehr Studien, dass OSA nicht nur eine mechanische Ursache hat, sondern vielmehr ein komplexes neurophysiologisches Geschehen zugrunde liegt. Alternative Behandlungsoptionen werden daher immer wichtiger. Vielversprechendes Potenzial zeigen Acetazolamid und Sultiam aus der Klasse der Carboanhydrase-Hemmer, die bereits in anderen Indikationen (u.a. Höhenkrankheit bzw Epilepsie) zugelassen sind. In Studien konnte Acetazolamid bei OSA eine instabile Atemregulation mit erhöhtem Atemantrieb (hoher Loop Gain) dämpfen und die Atmung im Schlaf stabilisieren. Neue Daten bei Patienten mit REM-dominanter Schlafapnoe bestätigen, dass der Wirkstoff die Schwere einer OSA deutlich verringern kann.1 Auch Sultiam konnte in einer aktuellen Phase-II-Studie Atempausen verringern, die Muskelaktivität im Rachen verbessern und den Blutsauerstoffgehalt erhöhen. Allerdings begrenzen Nebenwirkungen derzeit den Einsatz.2 FAZIT: Mit Carboanhydrase-Hemmern eröffnen sich neue therapeutische Perspektiven, die CPAP-Therapie bleibt aber bislang noch Goldstandard.
Literatur:
1 Messineo L et al. Thorax 2026. doi: 10.1136/thorax-2025-223922.
2 Randerath W et al. Lancet. 2025;406(10514):1983-1992. doi: 10.1016/S0140-6736(25)01196-1. Quelle: Neue Hoffnung bei Schlafapnoe: Können bereits zugelassene Medikamente eine Therapie mit CPAP-Maske ersetzen? – Univadis – 19. Juni 2026





