Ein Tumor besteht neben Krebszellen unter anderem aus Bindegewebszellen (Fibroblasten) in seinem direkten Umfeld. Diese Zellen unterstützen das Wachstum des Tumors und erschweren seine Bekämpfung, indem sie ein dichtes Netzwerk um den Tumor bilden, das wie eine Schutzbarriere wirkt und das Eindringen von Immunzellen und Medikamenten erschwert.
Forscher haben jetzt einen neuartigen Therapieansatz entwickelt, der nicht die Krebszellen selbst, sondern die Fibroblasten angreift. Präklinische Ergebnisse an Tumorgewebeschnitten von Patienten mit Lungen- und Eierstockkrebs zeigen, dass der neu entwickelte Antikörper die Tumor-unterstützenden Bindegewebszellen beseitigen und eine Immunreaktion gegen den Tumor auslösen kann.
Der neu entwickelte FAP x CD3 bispezifische Antikörper OMTX305 kann gleichzeitig an zwei unterschiedliche Zelltypen binden. Er bildet dabei eine Brücke zwischen Immunzellen und seinem Angriffsziel, den Fibroblasten. Durch die Verbindung mit den Fibroblasten werden die Immunzellen aktiviert, die die Barriere bildenden Zellen eliminieren. Darüber hinaus werden aber auch benachbarte Tumorzellen abgetötet.
Der neue Ansatz scheint demnach durch die gezielte Beseitigung der Tumor-unterstützenden Fibroblasten auch eine weiterreichende Immunantwort gegen den Tumor zu fördern.
Quelle: Pressemeldung Bosch Health Campus (der Deutschen Boschstiftung)





