Nicht nur der Körper, auch das Immunsystem verändert sich im Alter: Infekte verlaufen schwerer als in jungen Jahren, das Risiko für chronische Entzündungen nimmt zu. Daneben verändern sich Impfantwort und Gewebereparatur. Gleichzeitig erreichen Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung aufgrund der medizinischen Fortschritte ein immer höheres Lebensalter. Umgekehrt könnten alterstypische degenerative Veränderungen auch als aktive rheumatische Erkrankung fehlinterpretiert werden. DGRh-Experte Prof. Jan Leipe plädiert daher für eine umfassende Diagnostik, auch im hohen Alter: Mögliche Rheuma-Symptome wie Gelenkschwellungen oder Morgensteifigkeit müssten strukturiert erfasst werden, ebenso Funktionsniveau, Sturzrisiko, Nieren- und Leberfunktion, vorausgegangene Infektionen und die eingenommenen Medikamente.
„Unkontrollierte Entzündungen fördern den Muskelabbau und die Gebrechlichkeit und erhöhen das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle“, macht Leipe deutlich. Bei rheumatoider Arthritis liegt das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse etwa 55% über dem der Allgemeinbevölkerung. Gleichzeitig können Nebenwirkungen immunsuppressiver Therapien im höheren Lebensalter stärker ins Gewicht fallen. „Die richtige Konsequenz ist daher nicht weniger Therapie, sondern eine präzisere Therapie“, so der Experte.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) anlässlich des Dt. Rheumatologiekongresses 2026





