Allgemeinmedizin » Psyche und Nerven

»

Schlafbedürfnis: Wie Nervenzellen im Gehirn Schlafdruck erzeugen

© Dragana Gordic - stock.adobe

Quelle: © Dragana Gordic - stock.adobe

Schlafbedürfnis: Wie Nervenzellen im Gehirn Schlafdruck erzeugen

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Schlaf ist für das Überleben unverzichtbar: Nach einer längeren Phase des Wachseins ist das Schlafbedürfnis unumgänglich. Bislang war es aber weitgehend unklar, wie das Gehirn die Dauer des Wachzustands erfasst und daraus den Bedarf an Schlaf ableitet. Ein Baseler Forschungsteam hat jetzt Regionen im Gehirn von Mäusen identifiziert, deren Aktivität die Dauer des Wachseins widerspiegeln. In einer dieser Regionen, dem Hirnstamm, entdeckten sie zwei verschiedene Nervenzellpopulationen, die den Schlafdruck beeinflussen: GABAerge und serotonerge Neuronen. Die Aktivität dieser Zellarten nahm mit zunehmender Wachdauer zu und sank nach dem Einschlafen wieder. Wurden die Nervenzellen gemeinsam aktiviert, schliefen die Mäuse länger und tiefer und zeigten eine Art Erholungsschlaf. Wurden die Zellen hingegen gehemmt, schliefen die Tiere deutlich weniger und blieben deutlich länger wach. Eine langfristige Hemmung der beiden Zellpopulationen verringerte das Schlafbedürfnis deutlich. Die Mäuse schliefen rund 70% weniger als gewöhnlich. Erstaunlicherweise zeigten die meisten Tiere dennoch keine schweren Verhaltensstörungen, die normalerweise mit Schlafentzug einhergehen. Demnach bestimmen diese Nervenzellen offenbar nicht nur, wie viel die Tiere schlafen, sondern auch, wie stark ihr Bedürfnis nach Schlaf wächst.

Originalpublikation: Joo W et al. Nature 2026. doi: 10.1038/s41586-026-10928-3  

Quelle: Pressemitteilung Universität Basel

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Migräne-Therapie

Migräne-Therapie unter Rabattvertrag-Druck

Kongress

Fachgesellschaft warnt vor Versorgungslücken: Neue Regeln könnten bestimmen, welche Migränetherapie Betroffene erhalten, je nach Krankenkasse. Lars Neeb fordert Korrekturen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

Allgemeinmedizin

Schmerz

Beitrag lesen
Opioide

Opioide: Neue S3-Leitlinie setzt auf kritische Indikationsstellung

Kongress

Die aktualisierte Leitlinie zur Langzeittherapie mit Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen betont sorgfältige Indikation, enge Begleitung und klare Nichtindikationen.

Allgemeinmedizin, Unkategorisiert

Schmerz

Beitrag lesen
Kopfschmerz, Migräne

Migräne: Wie viel Präzisionsmedizin ist heute möglich?

Kongress

Neue Wirkstoffe verbessern die Behandlung. Biomarker sind jedoch noch nicht so weit, dass sie die passende Therapie vorhersagen. Kopfschmerzexperte Robert Fleischmann ordnet ein, was heute möglich ist und was fehlt.

Allgemeinmedizin

Schmerz

Beitrag lesen