Allgemeinmedizin » Sonstiges

»

Tiefschlaf: Langsame Gehirnwellen machen Hirnrinde besonders aufnahmebereit

© Sun_Flower_stock.adobe.com

Tiefschlaf: Langsame Gehirnwellen machen Hirnrinde besonders aufnahmebereit

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Das Gehirn spielt im Schlaf die Ereignisse des Tages erneut ab und verschiebt dabei die Informationen aus dem Hippocampus (Sitz des Kurzzeitgedächtnisses) in die Hirnrinde (Sitz des Langzeitgedächtnisses). Langsame, synchrone Erregungswellen in der Hirnrinde („Slow Waves“) während des Tiefschlafs unterstützen die Gedächtnisbildung. Mit der Frage, warum das so ist, hat sich ein Forschungsteam der Charité nun näher beschäftigt. Anhand von intaktem menschlichen Hirngewebe konnten sie die Vorgänge genauer erklären. Sie simulierten dazu in dem Gewebe die Spannungsschwankungen, die für langsame Erregungswellen im Tiefschlaf typisch sind, und beeinflussten so die Stärke der synaptischen Verbindungen zwischen den Nervenzellen in der Hirnrinde – und damit deren Aufnahmefähigkeit. Die synaptischen Verbindungen zwischen den Neuronen der Hirnrinde sind dabei zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt maximal verstärkt: sie sind am effizientesten, wenn die Spannung von einem niedrigen auf ein hohes Niveau angestiegen ist. In diesem kurzen Zeitfenster ist die Hirnrinde im Zustand erhöhter Aufnahmebereitschaft. Spielt das Gehirn eine Erinnerung genau dann ab, wird sie besonders effektiv ins Langzeitgedächtnis überführt.

Literatur: Mittermaier FX et al. Nat Commun 2024. doi: 10.1038/s41467-024-53901-2

Quelle: Pressemitteilung Charité – Universitätsmedizin Berlin

Bildquelle:© Sun_Flower – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Migräne-Therapie

Migräne-Therapie unter Rabattvertrag-Druck

Kongress

Fachgesellschaft warnt vor Versorgungslücken: Neue Regeln könnten bestimmen, welche Migränetherapie Betroffene erhalten, je nach Krankenkasse. Lars Neeb fordert Korrekturen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

Allgemeinmedizin

Schmerz

Beitrag lesen
Opioide

Opioide: Neue S3-Leitlinie setzt auf kritische Indikationsstellung

Kongress

Die aktualisierte Leitlinie zur Langzeittherapie mit Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen betont sorgfältige Indikation, enge Begleitung und klare Nichtindikationen.

Allgemeinmedizin, Unkategorisiert

Schmerz

Beitrag lesen
Kopfschmerz, Migräne

Migräne: Wie viel Präzisionsmedizin ist heute möglich?

Kongress

Neue Wirkstoffe verbessern die Behandlung. Biomarker sind jedoch noch nicht so weit, dass sie die passende Therapie vorhersagen. Kopfschmerzexperte Robert Fleischmann ordnet ein, was heute möglich ist und was fehlt.

Allgemeinmedizin

Schmerz

Beitrag lesen