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Adipositas als interdisziplinäres Thema

Frau mit Adipositas steigt mühsam eine Treppe hoch – Bewegung und Gesundheit bei Übergewicht.

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Adipositas als interdisziplinäres Thema

Kongress

Gynäkologie

Gynäkologische Endokrinologie

mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Adipositas in der Gynäkologie betrifft alle Lebensphasen der Frau. Beim FOKO 2026 zeigten drei Expertinnen: Bereits fünf Prozent Gewichtsverlust senken urogynäkologische Risiken um die Hälfte. Adipositas verstärkt PCOS und beeinträchtigt die Fertilität. Körperliche Aktivität in der Schwangerschaft schützt über epigenetische Prozesse sogar die nächste Generation. Gynäkologinnen und Gynäkologen tragen eine Schlüsselrolle bei Prävention und interdisziplinärer Therapie dieser chronischen Erkrankung.

Adipositas und ihre Auswirkungen auf die Frauengesundheit

Dr. med. Annette Bachmann vom Universitätsklinikum Frankfurt hob den Zusammenhang zwischen Adipositas, verkürzter Lebenserwartung und psychischen Belastungen hervor. Adipositas beginnt oft schon früh im Leben. Die Erkrankung hat weitreichende Auswirkungen auf Fertilität und hormonelle Regulation. „Bereits Kinder von adipösen Müttern sind dreimal häufiger übergewichtig“, so Bachmann. Die gynäkologische Praxis muss daher präventiv mitdenken – von der Pubertät über die Kontrazeption bis hin zur Menopause.

Bei einem Gewichtsverlust von nur fünf Prozent lässt sich das Risiko urogynäkologischer Beschwerden bereits massiv senken, betonte sie. Auch in der Therapie gibt es Fortschritte: Moderne GLP-1-Rezeptoragonisten ermöglichen Gewichtsreduktionen. Diese wirken sich günstig auf Fertilität und kardiovaskuläre Risiken aus.

Frauengesundheit geht über die Gynäkologie hinaus – und wir Gynäkologinnen und Gynäkologen müssen diese zentrale Rolle aktiv annehmen.

Dr. med. Annette Bachmann, Universitätsklinikum Frankfurt

Adipositas und Polyzystisches Ovarsyndrom

Anschließend beleuchtete Priv.-Doz. Dr. Sita Arjune vom Universitätsklinikum Köln diverse endokrinologische Aspekte. Sie erläuterte die Wechselwirkungen zwischen Adipositas und Polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS). Die Expertin erinnerte daran, dass PCOS „keine Nischenerkrankung, sondern eine der häufigsten endokrinen Störungen im reproduktiven Alter“ ist.

Übergewicht und viszerales Fettgewebe wirken als hormonell aktives Organ. Dieses treibt Entzündungsprozesse an. Adipositas und PCOS sind eng miteinander verknüpft. Entscheidend ist ein multimodales Management aus Ernährungsumstellung, körperlicher Aktivität und – bei Bedarf – medikamentöser Therapie. Arjune stellte pharmakologische Optionen vor und betonte dabei, dass bei GLP-1-Rezeptoragonisten unbedingt auf die Pflicht-Absetzfristen vor Konzeption zu achten sei. Abschließend gab Arjune zu bedenken, dass die „Lebensstilintervention die Basis jeder Behandlung bleibt“.

Körperliche Aktivität in der Schwangerschaft

Dr. Nina Ferrari von der Deutschen Sporthochschule Köln schloss mit dem Thema „Adipositas und Schwangerschaft – Wie wichtig ist körperliche Aktivität?“. Zunächst befasste sie sich mit der Tatsache, dass viele Frauen bereits vor einer Schwangerschaft nicht ausreichend körperlich aktiv sind. Die geringe Aktivität reduziere sich während einer Schwangerschaft dann meist noch, so Ferrari.

Dabei beeinflusse die Inaktivität der Schwangeren nicht nur Gewicht und Stoffwechsel. Sie wirke vielmehr über epigenetische Prozesse bis in die nächste Generation.

Jede Bewegung zählt – schon regelmäßiges Treppensteigen oder kurze Spaziergänge aktivieren schützende Stoffwechselprozesse.

Dr. Nina Ferrari, Deutsche Sporthochschule Köln

Im Rahmen der Vortragsdiskussion stellte sich die Frage, wie mit adipösen Schwangeren umzugehen sei, die Angst vor negativen Konsequenzen einer Gewichtsabnahme haben. Die Antwort war eindeutig: Eine moderate Gewichtsreduktion – selbstverständlich bei ausgewogener Ernährung – fördere sogar die maternale und fetale Gesundheit.

Adipositas als interdisziplinäre Herausforderung

Das Symposium machte eines sehr deutlich: Adipositas betrifft sämtliche Lebensphasen der Frau. Gynäkologische Praxen tragen eine Schlüsselrolle bei Prävention, Aufklärung und interdisziplinärer Therapie dieser chronischen Erkrankung.

Nina Hoffmann

Quelle: Frühstückssymposium der Novo Nordisk Pharma GmbH beim FOKO Fortbildungskongress am 05.03.2026 in Düsseldorf. „Beyond weight: Neu denken, konsequent behandeln – Adipositas in der Gynäkologie“

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