Gynäkologie » Reproduktionsmedizin » In-vitro-Fertilisation

»

Aktuelle Möglichkeiten und Grenzen der medizinisch assistierten Reproduktion

Auf dem Bild hält ein Wissenschaftler mit blauen Handschuhen eine Handvoll Tabletten; im Vordergrund sind medizinische Symbole zu sehen, diese stehen für die Konzepte der Fruchtbarkeitsbehandlung mit den Begriffen Diagnose, Hoffnung, IVF/IUI-Behandlung.

Quelle: © KHAN VECTOR CO. – stock.adobe.com

Aktuelle Möglichkeiten und Grenzen der medizinisch assistierten Reproduktion

Fachbeitrag

Gynäkologie

Reproduktionsmedizin

In-vitro-Fertilisation

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: gynäkologische Praxis

Das Embryonenschutzgesetz von 1990 schränkt die Reproduktionsmedizin in Deutschland deutlich ein. Der „Deutsche Mittelweg“ bei der Blastozystenkultur hilft, doch Standard sollte der Single-Embryo-Transfer werden, um Mehrlingsrisiken zu senken. Ein modernes Fortpflanzungsgesetz bleibt dringend nötig, um Paare rechtssicher und zeitgemäß zu behandeln.

Zusammenfassung

Seit der ersten Geburt nach reproduktionsmedizinischen Maßnahmen in Deutschland bildet das Embryonenschutzgesetz (ESchG) von 1990 den rechtlichen Rahmen, der jedoch medizinische Fortschritte wie die Kryokonservierung oder die Blastozystenkultivierung nicht berücksichtigt. Im Gegensatz zu den Regulierungen im Ausland, in denen die Blastozystenkultur etabliert ist, führen die strikten Vorgaben des ESchG – insbesondere das Verbot, mehr als drei Embryonen pro Zyklus entstehen zu lassen (Vermeidungsverbot) – zu einem erhöhten Risiko für Mehrlingsgeburten, da häufig mehr als ein Embryo übertragen wird. Höhere Schwangerschaftschancen und niedrigere Mehrlingsraten können durch den Single-Embryo-Transfer (SET) erzielt werden, der sich in Deutschland mehr und mehr durch die Anwendung des sogenannten »Deutsche Mittelweges« etabliert hat.


Ein weiterer Unterschied zum Ausland ist das Verbot der Eizellspende im ESchG. Ein politischer Wendepunkt diesbezüglich hätte der Abschlussbericht der Expertenkommission von April 2024 sein können, in dem eine Legalisierung der Eizellspende unter bestimmten Voraussetzungen möglich sowie die altruistische Leihmutterschaft denkbar wäre. Leider ist dieser Vorstoß durch die politischen Veränderungen wieder nach hinten gerückt. Ziel wäre es, dass das aktuelle ESchG durch ein modernes Fortpflanzungsgesetz abgelöst wird, das ethische Standards mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft und dem Kindeswohl in Einklang bringt.

Autorin: K. Hancke

Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in gynäkologische praxis 2026; 54 (2): 192–197.

ZUM VOLLSTÄNDIGEN, KOSTENPFLICHTIGEN ARTIKEL

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Peakstock - stock.adobe.com

Nierenerkrankung in der Schwangerschaft erfordert Beratung

Kongress

Welche Vorsorge brauchen Frauen mit Nierenerkrankung vor, während und nach einer Schwangerschaft? Prof. Dr. Sylvia Stracke erläutert Risiken für Mutter und Kind sowie wichtige Kontrolltermine nach der Geburt.

Gynäkologie

Schwangerschaft

Risikoschwangerschaften

Beitrag lesen
© arcyto - stock.adobe.com

Neue Impulse in der operativen und systemischen Therapie des Zervixkarzinoms

Fachbeitrag

Das Zervixkarzinom zählt weltweit zu den häufigsten malignen Erkrankungen der Frau. Neue operative und systemische Therapiekonzepte haben in den vergangenen Jahren zu einer zunehmenden Individualisierung der Behandlung geführt, die das Thema dieser Fortbildung darstellt.

Gynäkologie

Gynäkologische Onkologie

Zervixkarzinom

Beitrag lesen
Symbolbild Fallbeispiel

Das Rätsel der Gebärmutter

Fachbeitrag

Erst Endometriumpolyp, zwei Jahre später Verdacht auf Myom. Unser Fallbericht zeigt, dass die Abgrenzung zwischen Endometriumpolyp und Uterusmyom per Bildgebung allein nicht immer gelingt.

Gynäkologie

Benigne Uteruserkrankungen

Polypen

Beitrag lesen