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Vorbereitungstechniken zum Embryotransfer untersucht

Embryo in Katheter kurz vor dem Einsetzen in die Gebaermutterschleimhaut als Symbol fuer Vorbereitungstechniken beim Embryotransfer

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Vorbereitungstechniken zum Embryotransfer untersucht

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Ein Cochrane-Review beleuchtet drei gängige Vorbereitungstechniken beim Embryotransfer: gefüllte Blase, Schleimentfernung und Afterloading. Für keine dieser Techniken gibt es überzeugende Belege, dass sie die Schwangerschafts- oder Geburtenraten bei IVF verbessern. Die Datenlage ist schwach. Prof. Dr. Georg Griesinger ordnet die Ergebnisse ein und betont, dass diese Techniken keine kostenpflichtigen Zusatzleistungen sind, sondern routinemäßig durchgeführt werden. Anders als bei vielen IVF-Add-ons sind sie risikoarm und technisch hilfreich.

Gängige Vorbereitungstechniken zum Embryotransfer untersucht

Der Embryotransfer gilt als kritischster Moment einer In-vitro-Fertilisation (IVF): Ein Katheter führt den im Labor erzeugten Embryo durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter. Nur etwa ein Drittel aller Transfers führt zu einer Schwangerschaft. Entsprechend groß ist das Interesse an Techniken, die diesen Schritt verbessern könnten.

Ein internationales Forschungsteam um Noyuri Yamaji von der Showa University in Tokio hat für ein Cochrane-Review die Evidenz zu drei gängigen Vorbereitungstechniken untersucht. Eine gefüllte Blase soll die Achse von Gebärmutter und Gebärmutterhals begradigen und das Einführen des Katheters erleichtern. Die Entfernung des Schleims am Gebärmutterhals soll verhindern, dass der Embryo kleben bleibt oder der Katheter kontaminiert wird. Beim sogenannten Afterloading wird der Katheter zunächst leer positioniert und der Embryo erst danach eingefügt, um Gewebeschäden zu minimieren.

Schwache Datenlage

Für keine dieser Techniken gibt es überzeugende Belege dafür, dass sie zu mehr Schwangerschaften oder Geburten führen. Die Datenlage ist unzureichend. Die Forschenden werteten elf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt rund 2.500 Frauen aus. Nur sechs Studien beschäftigen sich mit den genannten Techniken. Die Qualität der Studien bewertet das Team insgesamt als schwach: kleine Fallzahlen, teils unklare Randomisierung, hohe Studienabbrüche, kaum Verblindung bei den Patientengruppen.

Prof. Dr. Georg Griesinger, Ärztlicher Leiter der universitären Kinderwunschzentren Lübeck und Manhagen, ordnet die Ergebnisse ein: „Für drei Techniken, die jeden Tag weltweit vieltausendfach angewendet werden, finden sich ganze sechs Studien mit 1.341 Frauen. Die Lebendgeburtenrate wurde in einer einzigen Studie berichtet. Unerwünschte Ereignisse wurden in keiner Studie erfasst.“

Keine IVF-Zusatzleistungen

Die Forschenden ziehen eine Parallele zu einer Übersichtsarbeit im Fachjournal „The Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women’s Health“ und zur Debatte um IVF-Zusatzleistungen. Die Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass bei vielen IVF-Add-ons kein nachgewiesener Nutzen für Patientinnen besteht.
Die drei untersuchten Techniken sind jedoch keine individuellen Gesundheitsleistungen und demnach nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden. Griesinger betont: „Das sind Handgriffe, die routinemäßig durchgeführt und niemandem verkauft werden. Sie stehen in einer völlig anderen Kategorie als die sogenannten Add-ons, für die Patientinnen oft hohe Beträge aus eigener Tasche zahlen.“
Griesinger erklärt: „Aus meiner Sicht gilt: Eine angemessene Blasenfüllung und die Ultraschallführung sind risikoarm, technisch hilfreich und kosten nichts. Wenn nur eine von 200 Patientinnen dadurch zusätzlich ein Kind bekommt, würde ich das bereits empfehlen.“


Quelle: Pressemeldung des Science Media Centers vom 06.08.2026: Cochrane-Review: Wenig Evidenz für gängige Vorbereitungstechniken beim Embryotransfer

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