Die überarbeitete S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom steht als Konsultationsfassung bereit. Das Leitlinienprogramm Onkologie lädt Fachleute ein, bis zum 7. September 2026 Feedback einzureichen. Zu den Neuerungen gehören Therapieoptionen bei Operation, Radiochemotherapie und Systemtherapie. Die Leitlinie basiert auf der FIGO-Klassifikation 2009. Herausgeber sind AWMF, DKG und DKH, federführend sind DGGG und AGO.
Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Zervixkarzinom
Die Konsultationsfassung der S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom“ steht zur Kommentierung bereit. Das Leitlinienprogramm Onkologie lädt Fachleute ein, bis zum 7. September 2026 Anmerkungen und Feedback einzureichen.
Bei der Konsultationsfassung handelt es sich nicht um die endgültige, autorisierte Fassung. Sie dient ausschließlich der Kommentierung durch die Fachöffentlichkeit.
Zu Konsultationsfassung und KommentierungsbogenDie Langversion 3.01 der S3-Leitlinie wurde im Juli 2026 aktualisiert. Herausgeber sind das Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und die Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH). Federführend sind die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) der DKG. Die AWMF-Registernummer lautet 032-033OL.
Wesentliche Neuerungen
Die Leitlinie basiert weiterhin auf der FIGO-Klassifikation von 2009, da die zugrunde liegenden Studien auf dieser Klassifikation beruhen.
Im Bereich der Operation ist die offene radikale Hysterektomie bei Tumoren im Stadium FIGO IB1 (2009) weiterhin Therapiestandard. Bei Patientinnen mit Tumoren bis 2 cm und SHAPE-Kriterien ist eine einfache Hysterektomie eine weitere Option. Eine Konisation mit R0-Status vor radikaler Hysterektomie kann bei Tumoren bis FIGO IB1 (2009) die Prognose verbessern, wenn tumorfreie Resektionsränder erreichbar sind. Bei Tumoren bis 2 cm ist eine alleinige bilaterale Sentinellymphknotenbiopsie mit deutlich weniger Morbidität verbunden. Bei Patientinnen mit Tumoren bis FIGO IIA (2009) wird ein operatives Lymphknoten-Staging zum Ausschluss von Lymphknotenmetastasen empfohlen, wenn die Lymphknoten in der Bildgebung unauffällig sind.
Die Radiochemotherapie bleibt bei Tumoren ab FIGO IIB (2009) der Standard. Die MRT-geplante Brachytherapie ist fester Bestandteil der kurativen Therapie. Bei Patientinnen in den Stadien IB/IIA mit pelvinem nodalem Befall (FIGO 2009) und im Stadium FIGO IIB (2009) ist eine Induktionschemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel nach dem Schema der INTERLACE-Studie vor einer Radiochemotherapie eine Therapieoption. Patientinnen im Stadium III/IV (FIGO 2014) profitieren von einer zusätzlichen simultanen und sequentiellen Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab zu einer Radiochemotherapie nach dem Schema der KEYNOTE-A-18-Studie. In der rezidivierten oder metastasierten Situation ist für Patientinnen mit einem rezidivierten, persistierenden oder metastasierten PD-L1-exprimierenden Zervixkarzinom (CPS ≥ 1) eine platin- und taxanhaltige Chemotherapie in Kombination mit Pembrolizumab mit oder ohne Bevacizumab der neue Therapiestandard. Ab der zweiten Linie ist für diese Patientinnen Tisotumab Vedotin eine weitere Therapieoption. Bei Patientinnen, die zuvor keinen Immuncheckpointinhibitor erhalten haben, wird ab der zweiten Linie Cemiplimab empfohlen. Nach Progress auf die Standardtherapie wird ab der dritten Linie eine Monochemotherapie durchgeführt.





