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DGGG-Ehrenmitgliedschaft würdigt Engagement

DGGG-Ehrenmitgliedschaft würdigt Engagement

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Gynäkologie

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) hat bei der Eröffnungsveranstaltung ihres 66. Kongresses am 21. Oktober 2026 sechs Persönlichkeiten ausgezeichnet. Prof. Dr. Werner Mendling, Prof. Dr. Anton J. Scharl, Prof. Dr. Matthias David, Prof. Dr. Frank Louwen und DGGG-Generalsekretärin Ilse Fragale erhielten die Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft. Prof. Dr. Bettina Toth wurde mit der korrespondierenden Mitgliedschaft gewürdigt. Mit den Auszeichnungen ehrte die Fachgesellschaft besondere Verdienste um die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Arbeit der DGGG und die internationale fachliche Zusammenarbeit.

Ehrenmitgliedschaften für außergewöhnliches Engagement

Prof. Dr. Werner Mendling: Wegweisende Arbeit in der gynäkologischen Infektiologie

Prof. Dr. Werner Mendling zählt zu den national und international anerkannten Experten für Infektionen in der Frauenheilkunde. Mit seiner wissenschaftlichen und klinischen Arbeit prägte er das Verständnis und die Therapie vaginaler Infektionen nachhaltig. Als Chefarzt der beiden Berliner Vivantes-Frauenkliniken im Friedrichshain und Am Urban führte er eine entsprechende Spezialsprechstunde.
Mendling ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie in der Gynäkologie und Geburtshilfe (AGII) sowie der International Society for Infections in Obstetrics and Gynecology (ISIDOG). Zahlreiche Publikationen und die Betreuung von Dissertationen an der Berliner Charité unterstreichen sein langjähriges wissenschaftliches Engagement.

Während der Ehrung wurden neben seinem fachlichen Werdegang und seinem Engagement auch seine Fähigkeit gelobt, Nachwuchstalente zu begeistern und zu fördern. Mendling selbst widmete die Ehrung dem Vorstand der AGII, welcher sich in den letzten Jahrzehnten systematisch um Fortbildung, Weiterbildung und Leitlinienarbeit gekümmert habe. Zudem betonte er den starken Rückhalt innerhalb seiner Familie, der all sein berufliches Wirken erst möglich gemacht habe.

Prof. Dr. Anton J. Scharl: Einsatz für das Fach und eine qualitätsgesicherte Versorgung

Prof. Dr. Anton J. Scharl gestaltete als Präsident der DGGG von 2018 bis 2022 die Entwicklung der Fachgesellschaft und des gesamten Fachs maßgeblich mit. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der gynäkologischen Onkologie und im Aufbau qualitätsgesicherter, interdisziplinärer und patientenorientierter Versorgungsstrukturen.

Nach beruflichen Stationen in Köln, Chicago und Frankfurt am Main übernahm Scharl im Jahr 2000 die Leitung der Frauenklinik des Klinikums St. Marien Amberg. Von 2017 bis 2022 war er Direktor der Frauenkliniken Amberg–Weiden–Tirschenreuth, anschließend bis 2024 Ärztlicher Direktor der Onkologischen Fachklinik Bad Trissl in Oberaudorf. Über viele Jahre verantwortete er zudem das zertifizierte Brustzentrum Amberg, das zertifizierte gynäkologische Krebszentrum und das Perinatalzentrum Amberg–Weiden. Mit dem von ihm initiierten Projekt AM-MIO (Amberger Modell Integrative Onkologie) setzte er sich auch für integrative Behandlungsansätze ein. Im Januar 2026 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Im Rahmen der Laudatio, gehalten vom diesjährigen Kongresspräsidenten Matthias Beckmann, wurden zudem Scharls Schwerpunkte im Fach und sein Engagement als Präsident der DGGG während der Coronajahre gewürdigt. Der Geehrte bedankte sich bei all seinen beruflichen Begleiterinnen und Begleitern sowie bei seiner Familie.

Prof. Dr. Matthias David: Frauengesundheit in ihrem gesellschaftlichen und historischen Kontext

Die Laudatio auf Prof. Dr. Matthias David sprach Prof. Dr. Dr. Andreas Ebert. Er führte durch den Lebenslauf des Geehrten und hob dessen Fokus auf Versorgungsforschung, Psychosomatik, Myomtherapie und die Geschichte des Fachgebiets hervor. David habe die Gynäkologie und Geburtshilfe über Jahrzehnte mit wissenschaftlicher Tiefe und besonderem Augenmerk auf psychosomatische Aspekte der Frauengesundheit begleitet.

Als Sprecher der Historischen Kommission der DGGG engagiert er sich zudem für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Fachs und der Fachgesellschaft. Gerade hier habe David ganz neue Maßstäbe dafür gesetzt, schließlich sei die Geschichte des Fachs nicht immer nur angenehm gewesen, so Ebert. Auch seine Tätigkeit als geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Gynäkologie der Berliner Charité am Campus Virchow-Klinikum führe David mit äußerster Gewissenhaftigkeit aus und stelle sich selbst dabei häufig in die sprichwörtliche „zweite Reihe“, obwohl er definitiv in die „erste Reihe“ gehöre, betonte Ebert.

Prof. Dr. Frank Louwen: Engagement für die Geburtshilfe und internationale Vernetzung

Laudator Dr. Dietmar Schlembach sprach in seiner Rede für Prof. Dr. Frank Louwen davon, dass der Geehrte das Fachgebiet durch seine Exzellenz und sein Engagement stark geprägt habe. Sein Wirken habe die moderne Geburtshilfe geprägt und zu zahlreichen Verbesserungen geführt. In diesem Zusammenhang hob Schlembach beispielsweise die Gründung der Deutschen Stiftung Frauengesundheit hervor, an der Louwen maßgeblich beteiligt war und die der Finanzierung von Leitlinienarbeit dient. Von 2010 bis 2022 gehörte Louwen dem Vorstand der DGGG an. Als ihm Deutschland und Europa als Tätigkeitsfelder schlicht „nicht mehr reichten“, sei er dann auf die Weltbühne aufgebrochen, so Schlembach. Heute ist Louwen amtierender Präsident der International Federation of Gynecology and Obstetrics (FIGO) und durch seine Vorstandsarbeit im European Board and College of Obstetrics and Gynaecology (EBCOG) setzt er sich für die internationale Zusammenarbeit in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe ein.

Ilse Fragale: Zentrale Schnittstelle der Fachgesellschaft

Die Laudatio auf Ilse Fragale sprach Prof. Dr. Gert Naumann, der DGGG-Präsident selbst. Fragale sei als Generalsekretärin der DGGG seit mehr als zwei Jahrzehnten eine zentrale Schnittstelle der Fachgesellschaft. Sie habe zu Beginn ihrer Tätigkeit die dringende Notwendigkeit zum Wandel und zur Modernisierung in der DGGG gesehen und deren Umsetzung begleitet. Dabei habe sie enorme Belastbarkeit bewiesen und sei heute Gesicht und DNA der DGGG, so Naumann. Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt die DGGG nun ihre langjährigen Verdienste um die Gesellschaft. Fragale selbst bedankte sich ausführlich bei zahlreichen Wegbereitern. Sie habe schließlich 26 Jahre warten müssen, um überhaupt einmal zu Wort zu kommen, so die Geehrte scherzhaft. Ihre Tätigkeit bereichere ihr Leben nun schon seit Jahrzehnten und sie werde sich weiter bestmöglich engagieren, so Fragale. Abschließend widmete sie sich einem kurzen Blick in die Zukunft und rief das Auditorium dazu auf, sich in der DGGG einzubringen, aktiv zu werden und die Zukunft selbst mitzugestalten.

Korrespondierende Mitgliedschaft für Prof. Dr. Bettina Toth

Mit der korrespondierenden Mitgliedschaft zeichnet die DGGG Persönlichkeiten aus, die ihre internationalen Beziehungen stärken und Fachgesellschaften über Ländergrenzen hinweg verbinden. In diesem Jahr erhielt Prof. Dr. Bettina Toth diese Würdigung für ihre Verdienste um die Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie sowie ihr Engagement in Deutschland und Österreich. Die Laudatio sprach Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt, die Toth als Brückenbauerin beschrieb, welche sich mit viel Engagement für die Zusammenarbeit von DGGG und ÖGGG einsetze und Verantwortung über Ländergrenzen hinweg vorlebe. Toth liege die Zukunft des Berufsstandes am Herzen, sie setze sich für Chancengleichheit und Nachwuchsförderung ein und sei aktiv in die Leitlinienkoordination eingebunden, lobte Schmalfeldt.

Toth leitet seit 2016 die Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Zuvor war sie langjährig stellvertretende Klinikdirektorin für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen in Heidelberg. Ihre Forschung konzentriert sich auf Fehlgeburten, Implantation, Störungen des Gerinnungssystems und Reproduktionsimmunologie. Im Jahr 2022 wurde sie zur Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe gewählt.

Toth selbst bedankte sich für die Auszeichnung, hob die gemeinsame Leitlinienarbeit und Forschung über die Ländergrenzen hinweg sehr positiv hervor und dankte für die Unterstützung bei der Neugestaltung der ÖGGG.

Quellen:

  1. Prof. Dr. med. Werner Mendling; Zugegriffen am 20.10.2026
  2. Prof. Dr. Anton J. Scharl mit Bundesverdienstkreuz geehrt; Zugegriffen am 20.10.2026
  3. Historische Kommission der DGGG – Über uns; Zugegriffen am 20.10.2026
  4. Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Frankfurt; Zugegriffen am 20.10.2026
  5. Medizinische Universität Innsbruck, Betttina Toth; Zugegriffen am 20.10.2026
  6. Programm zum 66. Kongress der DGGG; Zugegriffen am 20.10.2026

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