Vulvovaginale Trockenheit ist eine häufige Beschwerde in der gynäkologischen Praxis. Die Ursachen reichen von hormonellen Veränderungen in der Peri- und Postmenopause über chronisch-entzündliche Dermatosen bis zu therapiebedingten Effekten. Symptome wie Juckreiz, Brennen und Dyspareunie beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Neben der lokalen Hormontherapie stehen hormonfreie Therapieoptionen mit Hyaluronsäure und Lipiden zur Verfügung. Regelmäßige Befeuchtung und Pflege sind bei vulvovaginaler Trockenheit ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung.
Vulvovaginale Trockenheit in der gynäkologischen Praxis
Vulvovaginale Beschwerden stellen in der gynäkologischen Praxis eine differenzialdiagnostische Herausforderung dar. Häufig werden sie mit Infektionen assoziiert, wobei trockenheitsbedingte Hautveränderungen von Vagina und Vulva nicht außer Acht gelassen werden sollten [1]. „Viele Frauen beschreiben Juckreiz, Brennen, Wund- und Trockenheitsgefühl oder Dyspareunie, obwohl keine klassische Infektion vorliegt. Deshalb ist es wichtig, Beschwerden nicht vorschnell als Vulvovaginalkandidose einzuordnen, sondern die gesamte klinische Situation zu betrachten“, betont Dr. Sybille Görlitz-Novakovic. Beim Pressegespräch „Brennende Gesundheitsfragen“ gab die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Einblicke in verschiedene Aspekte der vulvovaginalen Gesundheit.
Ursachen vulvovaginaler Trockenheit
Das Beschwerdebild ist klinisch relevant, häufig chronisch und beeinträchtigt Lebensqualität und Sexualität. Die Ursachen reichen von hormonellen Veränderungen über chronisch-entzündliche Dermatosen bis zu therapie- oder medikamentös bedingten Effekten. Östrogene sind wesentlich für die Zellproliferation, Gewebeperfusion und Hydratation des vulvovaginalen Epithels. „Vulvovaginale Trockenheit entsteht häufig im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, insbesondere in der Peri- und Postmenopause“, sagt Görlitz-Novakovic. Auch post partum und während der Stillzeit kann vulvovaginale Trockenheit auftreten.
Chronische entzündliche Dermatosen, onkologische Therapien oder bestimmte Medikamente wie Antidepressiva und orale Kontrazeptiva können die Beschwerden verstärken. Strahlen-, Chemo- und antihormonelle Therapien begünstigen einen hypoöstrogenen Zustand und fördern atrophische Veränderungen im vulvovaginalen Gewebe.
Symptome und Folgen
Fehlt Feuchtigkeit, nimmt die Empfindlichkeit zu. Dyspareunie kann ein frühes und klinisch relevantes Symptom sein. Die Vulvahaut wird anfälliger für mechanische und chemische Reize, etwa durch Reibung oder Intimpflegeprodukte. Dies kann Brennen, Wundgefühl, Mikrotraumata und leichte Blutungen begünstigen. „Da das Thema schambehaftet ist, werden diese Beschwerden jedoch häufig nicht angesprochen, obwohl sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können“, so Görlitz-Novakovic.





