Nicht einzelne Bakterien, sondern die Balance des vaginalen Mikrobioms entscheidet über die Gesundheit der Scheide. Das betonte Werner Mendling, Wuppertal, beim Kurzsymposium zur Frauengesundheit. Laktobazillen wie Lactobacillus crispatus schützen besonders wirksam, Lactobacillus iners weniger. Bei bakterieller Vaginose ist dieses Gleichgewicht gestört. Nach leitliniengerechter Therapie können Probiotika das vaginale Mikrobiom stabilisieren und Rezidive reduzieren, ergänzend zur Behandlung.
Vaginales Mikrobiom gezielt unterstützen
Für die Gesundheit der Vagina zählt nicht der Nachweis einzelner Bakterien. Entscheidend ist die Balance des vaginalen Mikrobioms. Das betonte Werner Mendling, Wuppertal, beim Kurzsymposium „Die Rolle des vaginalen Mikrobioms für die Frauengesundheit – Neue Chancen für Prävention und Therapie“.
Laktobazillen schützen das vaginale Mikrobiom
Die vaginale Mikrobiota verändert sich im Lebensverlauf. Die hormonelle Situation beeinflusst sie maßgeblich. Laktobazillen übernehmen dabei eine zentrale Schutzfunktion. Mendling hob die Bedeutung D-Laktat-bildender Arten wie Lactobacillus crispatus hervor. Lactobacillus iners bildet dagegen ausschließlich L-Laktat. Diese Art gilt als weniger protektiv. Auch Kenngrößen wie der Shannon-Index brauchen den Kontext der gesamten Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms.
Gestörtes Gleichgewicht bei bakterieller Vaginose
Bei der bakteriellen Vaginose (BV) gerät das vaginale Mikrobiom aus dem Gleichgewicht. Laktobazillen nehmen ab. Gleichzeitig wirken Gardnerella-Arten mit weiteren BV-assoziierten anaeroben Bakterien zusammen. Die entstehenden Biofilme erschweren die Therapie. Sie begünstigen zudem Rezidive.
Probiotika als Ergänzung nach der Therapie
Nach einer leitliniengerechten Therapie können Probiotika beziehungsweise Laktobazillen das vaginale Milieu stabilisieren. Sie reduzieren Rezidive vaginaler Dysbiosen, insbesondere der BV. Gynäkologinnen und Gynäkologen sollten Probiotika jedoch nicht als Ersatz für die Behandlung einsetzen. Ob Ärztinnen und Ärzte Milchsäure oder Laktobazillen wählen, hängt laut Mendling vom jeweiligen Behandlungsziel ab.





