Gynäkologie » Gynäkologische Infektiologie » Vulvovaginale Infektionen

»

Vaginales Mikrobiom gezielt unterstützen

Vaginales Mikrobiom gezielt unterstützen

Aus der Industrie

Gynäkologie

Gynäkologische Infektiologie

Vulvovaginale Infektionen

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: gyne

Nicht einzelne Bakterien, sondern die Balance des vaginalen Mikrobioms entscheidet über die Gesundheit der Scheide. Das betonte Werner Mendling, Wuppertal, beim Kurzsymposium zur Frauengesundheit. Laktobazillen wie Lactobacillus crispatus schützen besonders wirksam, Lactobacillus iners weniger. Bei bakterieller Vaginose ist dieses Gleichgewicht gestört. Nach leitliniengerechter Therapie können Probiotika das vaginale Mikrobiom stabilisieren und Rezidive reduzieren, ergänzend zur Behandlung.

Vaginales Mikrobiom gezielt unterstützen

Für die Gesundheit der Vagina zählt nicht der Nachweis einzelner Bakterien. Entscheidend ist die Balance des vaginalen Mikrobioms. Das betonte Werner Mendling, Wuppertal, beim Kurzsymposium „Die Rolle des vaginalen Mikrobioms für die Frauengesundheit – Neue Chancen für Prävention und Therapie“.

Laktobazillen schützen das vaginale Mikrobiom

Die vaginale Mikrobiota verändert sich im Lebensverlauf. Die hormonelle Situation beeinflusst sie maßgeblich. Laktobazillen übernehmen dabei eine zentrale Schutzfunktion. Mendling hob die Bedeutung D-Laktat-bildender Arten wie Lactobacillus crispatus hervor. Lactobacillus iners bildet dagegen ausschließlich L-Laktat. Diese Art gilt als weniger protektiv. Auch Kenngrößen wie der Shannon-Index brauchen den Kontext der gesamten Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms.

Gestörtes Gleichgewicht bei bakterieller Vaginose

Bei der bakteriellen Vaginose (BV) gerät das vaginale Mikrobiom aus dem Gleichgewicht. Laktobazillen nehmen ab. Gleichzeitig wirken Gardnerella-Arten mit weiteren BV-assoziierten anaeroben Bakterien zusammen. Die entstehenden Biofilme erschweren die Therapie. Sie begünstigen zudem Rezidive.

Probiotika als Ergänzung nach der Therapie

Nach einer leitliniengerechten Therapie können Probiotika beziehungsweise Laktobazillen das vaginale Milieu stabilisieren. Sie reduzieren Rezidive vaginaler Dysbiosen, insbesondere der BV. Gynäkologinnen und Gynäkologen sollten Probiotika jedoch nicht als Ersatz für die Behandlung einsetzen. Ob Ärztinnen und Ärzte Milchsäure oder Laktobazillen wählen, hängt laut Mendling vom jeweiligen Behandlungsziel ab.

Geschützte Inhalte gemäß Heilmittelwerbegesetz (HWG)

Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) und sind daher nur nach Anmeldung zugänglich. Bitte loggen Sie sich ein, um auf alle geschützten Informationen, Materialien und das exklusive E-Paper zugreifen zu können.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

DGGG-Kongress fordert mehr Wissenschaft in der Versorgung

Kongress

Wie verändert sich die Frauenheilkunde zwischen Forschung und Gesundheitsreform? Der DGGG-Kongress in München liefert Antworten zu Geburtshilfe, Nachwuchsförderung und künftiger Versorgungssicherheit.

Gynäkologie

Sonstiges

Beitrag lesen

Postpartale Hämorrhagie frühzeitig erkennen und behandeln

Kongress

Welche Schritte retten bei einer Postpartalen Hämorrhagie wertvolle Zeit? Fachleute erklären beim DGGG-Kongress, wie Kliniken Risikopatientinnen früh erkennen und eine Eskalation sicher vermeiden.

Gynäkologie

Geburtshilfe

Postpartale Komplikationen

Beitrag lesen

Frauenheilkunde und Geburtshilfe brauchen neue Strukturen

Kongress

Wie lassen sich Frauenheilkunde und Geburtshilfe zukunftsfest machen? Das DGGG-Kongresspräsidium fordert verlässliche Forschungsstrukturen, klare Standards und ein nationales Geburtenregister für mehr Sicherheit.

Gynäkologie

Sonstiges

Beitrag lesen