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Schwangerschaft liefert Hinweise auf zukünftige Herzgesundheit

Schwangere Frau mit Blutdruckmessgerät – messbare Marker für spätere Herzgesundheit.

Quelle: Maksym - stock.adobe.com

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Herzgesundheit von Frauen lässt sich bereits in der Schwangerschaft einschätzen. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg zeigt: Erhöhte Werte des Blutmarkers sFlt-1 und Schwangerschaftsbluthochdruck weisen auf ein späteres Risiko für die Herzgesundheit hin. Die Forschenden untersuchten über 2.000 Frauen über zwölf Jahre. Am Universitätsklinikum Freiburg wurde eine spezielle Nachsorge-Sprechstunde eingerichtet. Die Studie erschien im Februar 2026 in JAMA Cardiology.

Forschende des Universitätsklinikums Freiburg haben gemeinsam mit dänischen Kolleginnen und Kollegen untersucht, wie Blutwerte in der Schwangerschaft Hinweise auf die spätere Herzgesundheit liefern können. Die Ergebnisse der Langzeitstudie wurden am 18. Februar 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht. Als Konsequenz wurde am Universitätsklinikum Freiburg eine spezielle Sprechstunde für betroffene Frauen eingerichtet.

Wertvolle Hinweise auf die spätere Herzgesundheit

Eine Schwangerschaft wirkt wie ein natürlicher Stresstest für das Herz. Mit unseren Erkenntnissen können wir die Gesundheit von Frauen langfristig verbessern. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die Todesursache Nummer eins bei Frauen.

Prof. Dr. Dirk Westermann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Freiburg

„Unsere Studie zeigt, dass sich bereits in der Schwangerschaft Hinweise finden lassen, die auf ein später erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko hindeuten – lange bevor Beschwerden auftreten“, sagt Erstautor und wissenschaftlicher Leiter der Studie Dr. Lucas Bacmeister, Kardiologe an der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Daten von über 2.000 Frauen ausgewertet

Die Daten stammten aus einer großen Kohortenstudie in Süd-Dänemark mit 38.455 schwangeren Frauen. Bei 2.056 Frauen wurden Blutmarker in der Schwangerschaft gemessen. Innerhalb von rund zwölf Jahren entwickelten 28 eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zu diesem Zeitpunkt waren die Frauen im Schnitt gerade einmal etwa 40 Jahre alt.

Blutmarker ermöglicht bessere Risikoeinschätzung für Herzgesundheit

Die Studie zeigte: Erhöhte Werte vom Blutmarker sFlt-1 im letzten Drittel der Schwangerschaft sowie Schwangerschaftsbluthochdruck waren mit einem höheren späteren Risiko für die Herzgesundheit verbunden. Die Kombination aus Alter und diesem Marker ermöglichte eine genauere Risikoeinschätzung als klassische Faktoren wie Blutdruck oder Cholesterin allein.

Neue Sprechstunde für langfristige Herzgesundheit

Von Schwangerschaftsbluthochdruck sind sechs bis zehn Prozent aller Schwangeren betroffen. Die häufigste Form wird als Präeklampsie bezeichnet. Das Universitätsklinikum Freiburg richtete nun eine spezialisierte Nachsorge-Sprechstunde ein, um die Herzgesundheit dieser Frauen auch nach der Geburt umfassend zu betreuen. Diese steht auch Frauen mit Schwangerschaftshochdruck offen, die nicht am Universitätsklinikum Freiburg entbunden haben.

„Wir schaffen mit der Sprechstunde eine klare Anlaufstelle für Frauen nach Schwangerschaftshochdruck“, sagt Bacmeister, der die Sprechstunde koordiniert. „Mit standardisierten Terminen wenige Wochen nach der Geburt und erneut nach einem Jahr können wir früh erkennen, wer eine engere Betreuung benötigt, und gezielt gegensteuern.“

Patientinnen zur Nachsorge-Sprechstunde des Universitätsklinikums Freiburg anmelden:
Dr. Lucas Bacmeister
lucas.bacmeister@uniklinik-freiburg.de

Die Sprechstunde entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Frauenheilkunde. „Die strukturierte Nachsorge ist ein wichtiger Schritt, um die langfristige Gesundheit der Patientinnen im Blick zu behalten“, ergänzt Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Quellen:

1. Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg vom 20.02.2026: Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit

2. Bacmeister L, Glintborg D, Kjer-Møller J et al. Clinical Factors and Biomarkers During Pregnancy and Risk of Cardiovascular Disease. JAMA Cardiol. Published online February 18, 2026. doi:10.1001/jamacardio.2025.5595

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