Die europäischen Leitlinien von 2025 befürworten bei hohem Operationsrisiko eine kathetergestützte Therapie der isolierten Aortenklappeninsuffizienz mit dafür entwickelten Klappen wie der JenaValve Trilogy (JVT); Vergleichsdaten zum chirurgischen Aortenklappenersatz (SAVR) sind jedoch rar. Die retrospektive, multizentrische EROICA-Studie verglich daher die klinischen Ergebnisse beider Verfahren.
Retrospektiv ausgewertet wurden 1.194 Patientinnen und Patienten aus 13 europäischen Zentren in sechs Ländern. 430 erhielten eine JVT, 764 einen isolierten chirurgischen Aortenklappenersatz. Die JVT-Patient:innen waren mit median 80 versus 65 Jahren deutlich älter und wiesen ein höheres Operationsrisiko und mehr Komorbiditäten auf.
Beim 30-Tage-Überleben zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen JVT und SAVR (98,2 % vs. 98,6 %; p = 0,67). Nach einem Jahr lag das Überleben zunächst bei 93,5 % versus 96,7 % (p = 0,042). Nach Propensity-Score-Matching für Alter, Geschlecht und EuroScore bestand jedoch kein signifikanter Unterschied mehr (91,7 % vs. 94,2 %; p = 0,42). Eine permanente Schrittmacherimplantation war nach JVT häufiger erforderlich (17 % vs. 3,4 %). Moderate oder schwere paravalvuläre Leckagen wurden nicht beobachtet. Die transvalvulären Gradienten bei Entlassung waren nach JVT niedriger als nach SAVR (median 4 vs. 11 mmHg; p < 0,001).
Nach Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren zeigte die speziell für die isolierte AI entwickelte Transkatheterklappe trotz des höheren Risikoprofils der interventionell behandelten Patient:innen günstige klinische und hämodynamische Ergebnisse. Prospektive Studien sollen die Rolle der Methode gegenüber dem chirurgischen Klappenersatz weiter klären.
Quelle: Geyer M et al. EROICA: A First Pan-European Registry comparing Treatment of pure Aortic Regurgitation using a Dedicated THV vs. Surgical AVR. DGK Herztage 2026, Abstract PP96





