GLP-1-basierte Therapien haben bei übergewichtigen Patient:innen mit HFpEF positive Effekte gezeigt. Ob Semaglutid und Tirzepatid auch über das gesamte LVEF-Spektrum mit weniger klinischen Ereignissen verbunden sind, ist bislang nicht ausreichend geklärt.
Daher wurden in einer Analyse internationaler elektronischer Gesundheitsdaten Semaglutid und Tirzepatid mit DPP-4-Inhibitoren verglichen. Eingeschlossen waren Erwachsene mit Herzinsuffizienz, Typ-2-Diabetes und dokumentierter LVEF; die Analyse orientierte sich am Design einer randomisierten Studie. Neu mit Semaglutid bzw. Tirzepatid behandelte Patientinnen und Patienten wurden mittels Propensity-Score-Matching 1:1 mit denjenigen verglichen, die Sitagliptin oder Linagliptin erhielten. Primärer Endpunkt war ein akutes Herzinsuffizienzereignis oder Tod innerhalb von zwölf Monaten.
In den gematchten Kohorten mit jeweils 3.135 Patientinnen und Patienten war Semaglutid mit einem signifikant niedrigeren Risiko für den primären Endpunkt assoziiert als DPP-4-Inhibitoren (19,3 % vs. 25,0 %; p < 0,001). Unter Tirzepatid betrugen die Ereignisraten bei jeweils 1.523 Patientinnen und Patienten 14,7 % versus 25,3 % (p < 0,001). Die Zusammenhänge zeigten sich über alle LVEF-Bereiche hinweg konsistent. Im direkten Vergleich von Tirzepatid und Semaglutid bestand kein signifikanter Unterschied (HR: 0,89; p = 0,094).
Nach Schlussfolgerung der Autorenschaft waren Semaglutid und Tirzepatid bei Herzinsuffizienz und Typ-2-Diabetes unabhängig vom LVEF-Phänotyp mit einem niedrigeren Risiko für akute Herzinsuffizienzereignisse oder Tod assoziiert. Aufgrund des nicht randomisierten Designs sind zur Bestätigung randomisierte Studien erforderlich.
Quelle: Lemmer F et al. Semaglutide or tirzepatide in heart failure across ejection fraction phenotypes: a new-user, active-comparator target trial emulation. DGK Herztage 2026, Abstract P749





