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Warum Trainingsintensität wichtiger ist als Trainingsdauer

Älteres Paar läuft lächelnd durch einen Park – intensive körperliche Aktivität als Schutz vor chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Demenz und Herzerkrankungen

Quelle: © Lumos sp – stock.adobe.com

Warum Trainingsintensität wichtiger ist als Trainingsdauer

Studien

Kardiologie

Prävention und Rehabilitation

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Eine große UK-Biobank-Analyse zeigt: Wer intensiver trainiert, senkt sein Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes, Demenz und mehr – unabhängig davon, wie viel Zeit er insgesamt mit Bewegung verbringt.

Regelmäßige Bewegung schützt vor chronischen Erkrankungen – das ist gut belegt. Doch was zählt mehr: möglichst viele Bewegungsminuten pro Woche oder der Anteil wirklich intensiver Belastungen? Eine neue Studie im European Heart Journal liefert darauf eine klare Antwort: Die Intensität der körperlichen Aktivität ist entscheidender als ihr Gesamtumfang.

Große Kohortenstudie mit objektiven Messdaten

Die prospektive Kohortenstudie wertete Daten aus der UK Biobank aus – einer der weltweit größten bevölkerungsbasierten Datenpools. Insgesamt wurden zwei Gruppen analysiert:

  • 96.408 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (mittleres Alter: 61,9 Jahre, 56,3 % Frauen) mit objektiv gemessener körperlicher Aktivität über sieben Tage – erfasst durch ein am Handgelenk getragenes Akzelerometer
  • 375.730 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (mittleres Alter: 56,2 Jahre, 52,2 % Frauen) mit selbstberichteten Aktivitätsdaten auf Basis des International Physical Activity Questionnaire (IPAQ)

Im Mittelpunkt stand nicht die absolute Dauer intensiver Bewegung, sondern ihr prozentualer Anteil an der gesamten körperlichen Aktivität (%VPA – vigorous physical activity). Die Studienautoren untersuchten, wie dieser Anteil mit dem Auftreten von acht chronischen Erkrankungen sowie der Gesamtmortalität zusammenhängt.

Mehr Intensität, deutlich weniger Krankheitsrisiko

Die Ergebnisse sind eindeutig: Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Anteil intensiver Aktivität von mehr als 4 % hatten im Vergleich zu jenen ohne intensive Bewegung ein um 29 bis 61 % geringeres Risiko für die untersuchten Erkrankungen – und das unabhängig vom gesamten Bewegungsvolumen.

Untersucht wurden folgende Endpunkte:

  • Schwere kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz)
  • Vorhofflimmern
  • Typ-2-Diabetes
  • Metabolische Fettleber (MASLD)
  • Chronische Nierenerkrankung
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Immunvermittelte Entzündungserkrankungen (u. a. rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn)
  • Demenz
  • Gesamtmortalität

Intensität oder Umfang – je nach Erkrankung unterschiedlich

Besonders aufschlussreich ist die krankheitsspezifische Analyse: Für verschiedene Erkrankungen spielen Intensität und Bewegungsvolumen eine unterschiedlich große Rolle.

Intensität dominiert bei:

  • Immunvermittelten Entzündungserkrankungen (Intensität: 20,3 % vs. Volumen: 1,0 %)
  • Chronischen Atemwegserkrankungen (21,4 % vs. 5,6 %)
  • Demenz (32,3 % vs. 8,1 %)
  • Vorhofflimmern (16,2 % vs. 5,0 %)
  • Schweren kardiovaskulären Ereignissen (17,8 % vs. 6,0 %)

Ausgewogene Bedeutung von Intensität und Volumen bei:

  • Typ-2-Diabetes (26,6 % vs. 17,7 %)
  • Metabolischer Fettleber (22,1 % vs. 16,6 %)
  • Chronischer Nierenerkrankung (23,0 % vs. 15,3 %)
  • Gesamtmortalität (31,4 % vs. 14,2 %)

Konsequenzen für die Praxis

Für die sportmedizinische und präventivmedizinische Praxis legen die Ergebnisse nahe, neben dem gesamten Bewegungsumfang künftig auch die Bewegungsintensität stärker in den Blick zu nehmen. Sofern Gesundheitszustand und individuelle Leistungsfähigkeit es erlauben, scheint es sinnvoll, den Anteil intensiver körperlicher Aktivität gezielt zu erhöhen. Konkrete Mindestdosen oder kausale Trainingsempfehlungen lassen sich aus der Beobachtungsstudie jedoch noch nicht ableiten.

Quelle: Wei J, Shen M, Li S et al. Volume vs intensity of physical activity and risk of cardiovascular and non-cardiovascular chronic diseases. Eur Heart J. 2026; 00:1-16

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