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Enlicitid senkt atherogene Lipide über alle ESC-Risikokategorien

Illustration eines Blutgefäßes mit roten Blutkörperchen und gelben Lipidpartikeln zur Darstellung atherogener Blutfette.

Quelle: © piyaset – stock.adobe.com

Enlicitid senkt atherogene Lipide über alle ESC-Risikokategorien

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Eine gepoolte Analyse zweier Phase-III-Studien zeigt, dass der orale PCSK9-Inhibitor Enlicitid die Konzentrationen von LDL-Cholesterin, Non-HDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Lipoprotein(a) über verschiedene kardiovaskuläre Risikokategorien hinweg deutlich senkte. Gleichzeitig erreichten unter Enlicitid wesentlich mehr Patientinnen und Patienten die in den ESC-Leitlinien definierten LDL-C- und ApoB-Zielwerte als unter Placebo. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial des Wirkstoffs für eine risikoadaptierte Lipidsenkung.

Deutliche Lipidsenkung unabhängig vom kardiovaskulären Ausgangsrisiko

Die ESC-Leitlinien empfehlen, die Intensität einer lipidsenkenden Therapie am individuellen kardiovaskulären Risiko auszurichten. Für Menschen mit sehr hohem oder hohem Risiko gelten dabei besonders niedrige Zielwerte für LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B. Ob Enlicitid, ein oral einzunehmender PCSK9-Inhibitor, über diese verschiedenen Risikogruppen hinweg vergleichbar wirksam ist, wurde in einer gepoolten Analyse der beiden randomisierten Phase-III-Studien CORALreef Lipids und CORALreef HeFH untersucht.

In beiden Studien erhielten die Teilnehmenden täglich 20 mg Enlicitid oder Placebo. Die Auswertung berücksichtigte die ESC-Kategorien für das kardiovaskuläre Risiko und untersuchte unter anderem die placebokorrigierte prozentuale Veränderung des LDL-C-Ausgangswerts nach 24 und 52 Wochen. Zusätzlich wurden Veränderungen von Non-HDL-C, ApoB und Lp(a) sowie das Erreichen der jeweiligen LDL-C- und ApoB-Zielwerte erfasst.

Mehrheit der Teilnehmenden mit sehr hohem Risiko

Die gepoolte Kohorte umfasste 3.212 Personen: 2.142 erhielten Enlicitid, 1.070 Placebo. Das mittlere Alter betrug 61,8 Jahre, 40,4 % der Teilnehmenden waren Frauen. 61,5 % gehörten der Kategorie mit sehr hohem kardiovaskulärem Risiko an, 30,0 % der Hochrisikogruppe und 6,9 % der Gruppe mit moderatem Risiko. Bei 1,5 % war keine eindeutige Zuordnung möglich.

Die Ausgangswerte des LDL-C lagen im Mittel bei 92,6 mg/dl in der Gruppe mit sehr hohem Risiko, bei 108,8 mg/dl in der Hochrisikogruppe und bei 103,8 mg/dl in der Gruppe mit moderatem Risiko. Eine hochintensive Statintherapie erhielten 65,6 %, 44,0 % bzw. 39,0 % der Personen in diesen drei Kategorien. Nur ein kleiner Anteil erhielt keine Statintherapie.

Nach 24 Wochen führte Enlicitid in allen ESC-Risikokategorien zu signifikanten placebokorrigierten Reduktionen von LDL-C, Non-HDL-C, ApoB und Lp(a); für alle untersuchten Parameter wurde ein nominaler p-Wert von < 0,001 angegeben. Die LDL-C-senkende Wirkung blieb auch nach 52 Wochen über alle Risikogruppen hinweg erhalten.

Mehr Patientinnen und Patienten erreichen Zielwerte

Unter Enlicitid wurden die LDL-C-Zielwerte nach 24 Wochen in allen Risikokategorien deutlich häufiger erreicht als unter Placebo. Für Personen mit sehr hohem Risiko sahen die ESC-Zielkriterien ein LDL-C von < 55 mg/dl und mindestens 50 % Reduktion vor; bei hohem Risiko galten < 70 mg/dl und mindestens 50 % Reduktion. Für die Gruppe mit moderatem Risiko wurde ein LDL-C-Wert von < 100 mg/dl berücksichtigt.

Ein vergleichbares Bild zeigte sich bei den ApoB-Zielwerten. In der Gruppe mit sehr hohem Risiko erreichten 81 % der mit Enlicitid behandelten Personen den Zielwert von < 65 mg/dl, gegenüber 16 % unter Placebo. Bei hohem Risiko lagen die entsprechenden Anteile bei 84 % bzw. 22 %; hier galt ein ApoB-Zielwert von < 80 mg/dl.

Potenzial für eine risikoadaptierte Therapie

Die Ergebnisse zeigen eine robuste Senkung mehrerer atherogener Lipidparameter unter Enlicitid unabhängig von der jeweiligen ESC-Risikokategorie. Besonders relevant ist, dass nicht nur die Lipidwerte im Mittel sanken, sondern auch deutlich mehr Patientinnen und Patienten die für ihr Risiko vorgesehenen LDL-C- und ApoB-Ziele erreichten.

Die Analyse macht jedoch keine Aussage über die Verringerung klinischer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Untersucht wurden vor allem Lipidveränderungen und das Erreichen von Zielwerten. Zudem handelt es sich um eine gepoolte Auswertung zweier Studien, deren Ergebnisse für die Gesamtpopulation der Patientinnen und Patienten mit Dyslipidämie möglicherweise nicht vollständig übertragbar sind. Ob die beobachtete Lipidsenkung unter Enlicitid langfristig zu weniger kardiovaskulären Ereignissen führt und welchen Stellenwert der Wirkstoff künftig in der Therapie einnehmen kann, müssen weitere Daten zeigen.

Quelle: Stroes ESG et al. Efficacy of enlicitide across ESC cardiovascular risk categories in two CORALreef phase 3 trials. Präsentation im Rahmen des ESC-Kongresses in München am 28.08.2026

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