Kardiologie » Sonstiges

»

DEGAM-Leitlinie Brustschmerz aktualisiert

Junge Frau sitzt auf der Couch und hat Atembeschwerden und Herzschmerzen, berührt seine Brust mit der Hand. Atembeschwerden, Brustschmerzen. Herzinfarkt, thorakale Osteochondrose, Panikattacken-Konzept

DEGAM-Leitlinie Brustschmerz aktualisiert

Aktuelles

Kardiologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat die S3-Leitlnie Brustschmerz aktualisiert. Das Ziel sei, „Über-, Unter- und Fehlversorgung“ abzubauen.

Schmerzen, Ziehen, Brennen und Stechen im Thoraxbereich sind häufig und nicht selten von Angst und Panik begleitet, weil die Betroffenen fürchten, an einer gefährlichen Herzerkrankung zu leiden. Aber oft haben die Beschwerden einen ganz anderen Ursprung. In fast der Hälfte der Fälle sind Brustschmerzen muskuloskelettal bedingt. Auch Magen-Darm-Probleme oder psychische Erkrankungen können dahinter stecken, um nur einige Aspekte der Differenzialdiagnose zu nennen.

Zwischen Unter- und Überversorgung

Die DEGAM-Leitlinie Brustschmerz zielt darauf ab, konkrete Orientierungshilfen zu geben und den Ärzten die Entscheidung zu erleichtern, ob eine weiterführende Diagnostik oder sogar eine Klinikeinweisung erforderlich ist. Hausärzte stehen vor der Herausforderung, eine Unterversorgung ebenso wie ein Überversorgung zu vermeiden, so DEGAM-Präsident Prof. Martin Scherer, Hamburg. Das Handeln in diesem Spannungsfeld durch evidenzbasierte Instrumente sicherer zu machen, sei das Anliegen der DEGAM-Leitlinien. Speziell mit Blick auf kardiologische Fragestellungen bestehe großer Informationsbedarf, denn es finde hierzulande eine massive Überdiagnostik statt, erklärt Scherer und verweist auf das Beispiel der Herzkatheter-Untersuchungen, bei denen Deutschland Spitzenreiter ist.

Herzstück der DEGAM-Leitlinie Brustschmerz ist der Marburger Herzscore, mit dem sich das Risiko für eine koronare Herzerkrankung unkompliziert in der Praxis berechnen lässt. Auch in der Nationalen Versorgungsleitlinie KHK wird der Marburger Herzscore empfohlen. Ein am Marburger Herzscore orientiertes Vorgehen könne wesentlich dazu beitragen, eine unnötige, weiterführende Diagnostik zu vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung der DEGAM vom 5. Februar 2025

Bilderquelle: © Yura Yarema – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Tablet mit dem Schriftzug „Bluthochdruck“, daneben ein Stethoskop und Diagnoseunterlagen.

Hilo-Report: Hypertonie bei fast einem Viertel der Betroffenen unkontrolliert

Aus der Industrie

Zum Welt-Herz-Tag am 29.10. stand die Blutdruckkontrolle erneut im Fokus. Eine Anbieterbefragung weist auf Lücken bei der Hypertoniekontrolle hin. Kontinuierliche Messsysteme könnten zusätzliche Verlaufsdaten liefern – ihre klinische Aussagekraft ist jedoch geräte- und validierungsabhängig.

Kardiologie

Hypertonie

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines menschlichen Herzens mit blau hervorgehobener Aortenklappe.

Aortenklappeninsuffizienz: Transkathetertherapie versus Operation

Aktuelles

Die europäischen Leitlinien von 2025 befürworten bei hohem Operationsrisiko eine kathetergestützte Therapie der isolierten Aortenklappeninsuffizienz mit dafür entwickelten Klappen wie der JenaValve Trilogy (JVT); Vergleichsdaten zum chirurgischen Aortenklappenersatz (SAVR) sind jedoch rar. Die retrospektive, multizentrische EROICA-Studie verglich daher die klinischen Ergebnisse beider Verfahren.

Kardiologie

Kongresse

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines menschlichen Herzens mit einem aufgelegten Stethoskop.

ESC-Leitlinien setzen neue Akzente bei Herzinsuffizienz und ATTR-CM

Aus der Industrie

Bei einem Bayer-unterstützten Symposium im Rahmen der DGK Herztage 2026 standen die Basistherapie bei HFpEF, Acoramidis bei ATTR-CM und neue Auswertungen zu Vericiguat im Fokus. Die vorgestellten Daten stammen aus Studien mit unterschiedlichem Evidenzgrad und sind entsprechend einzuordnen.

Kardiologie

Kongresse

Beitrag lesen