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Inflammation erhöht Risiken bei ASCVD und chronischer Nierenerkrankung

Medizinische Illustration eines Herzens und beider Nieren zur Darstellung des Zusammenhangs zwischen kardiovaskulärer Erkrankung und chronischer Nierenerkrankung.

Quelle: © hywards – stock.adobe.com

Inflammation erhöht Risiken bei ASCVD und chronischer Nierenerkrankung

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Eine israelische Real-World-Studie zeigt: Bei 70,7 % der Patientinnen und Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung und chronischer Nierenerkrankung ließ sich eine erhöhte Entzündungsaktivität nachweisen. Im Vergleich zu Betroffenen ohne erhöhte CRP-Werte waren damit höhere Risiken für Mortalität, kardiovaskuläre Ereignisse und eine Verschlechterung der Nierenfunktion verbunden. Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Krankheitslast dieser Patientengruppe und den Bedarf an weiteren antiinflammatorischen Therapieansätzen.

Atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD) und chronische Nierenerkrankungen (CKD) treten häufig gemeinsam auf und verschlechtern die Prognose der betroffenen Patientinnen und Patienten. Eine beim ESC-Kongress in München präsentierte Real-World-Studie zeigt nun, dass Entzündungsaktivität in dieser Hochrisikogruppe sehr häufig ist und mit einer zusätzlichen Belastung durch kardiovaskuläre, renale und tödliche Ereignisse einhergeht.

Für die Untersuchung wurden elektronische Gesundheitsdaten einer israelischen Krankenkasse ausgewertet. Eingeschlossen wurden Erwachsene ab 25 Jahren, bei denen zwischen 2011 und Juni 2025 sowohl eine ASCVD als auch eine CKD diagnostiziert worden waren und anschließend mindestens ein geeigneter CRP-Wert vorlag. Als Hinweis auf eine relevante Entzündungsaktivität galt ein C-reaktives Protein (CRP) von mindestens 2 mg/l. Messungen während akuter Versorgungssituationen oder bei sehr hohen CRP-Werten wurden ausgeschlossen, um vorübergehende akute Entzündungsprozesse möglichst nicht mit der untersuchten Entzündungsaktivität zu verwechseln.

Nach statistischer Gewichtung umfasste die Kohorte 22.931 Patientinnen und Patienten. Das Durchschnittsalter lag bei 73,9 Jahren, 44,1 % waren Frauen. Bei 70,7 % der untersuchten Personen wurde eine Entzündungsaktivität festgestellt. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug rund 33 Monate.

Im Vergleich zu Patientinnen und Patienten mit ASCVD und CKD ohne erhöhte CRP-Werte war eine Entzündungsaktivität mit einer erhöhten Gesamtmortalität verbunden. Das Risiko für einen Tod jeglicher Ursache lag um 34 % höher. Auch für wichtige kardiovaskuläre und renale Ereignisse zeigten sich ungünstigere Ergebnisse:

  • 3-Punkt-MACE: Hazard Ratio (HR) 1,21 (95%-KI: 1,08–1,37)
  • Herzinsuffizienz: HR 1,38 (95%-KI: 1,23–1,55)
  • Nicht-tödlicher Myokardinfarkt: HR 1,41 (95%-KI: 1,20–1,67)
  • Nicht-tödlicher Schlaganfall: HR 1,20 (95%-KI: 1,03–1,41)
  • Periphere Revaskularisation: HR 1,34 (95%-KI: 1,15–1,57)
  • Terminale Niereninsuffizienz: HR 1,33 (95%-KI: 1,19–1,49)
  • Akute Nierenschädigung: HR 1,24 (95%-KI: 1,07–1,43)

Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Krankheitslast von Menschen mit gleichzeitig bestehender ASCVD und CKD. Sie sprechen zudem dafür, Entzündungsaktivität – im klinischen Alltag häufig anhand des CRP eingeschätzt – als möglichen relevanten Prognosemarker in dieser Patientengruppe stärker zu berücksichtigen.

Allerdings handelt es sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie auf Basis elektronischer Gesundheitsdaten. Die gefundenen Zusammenhänge belegen daher keine Kausalität und erlauben noch keine Aussage darüber, ob eine gezielte Senkung der Entzündungsaktivität die klinischen Ergebnisse verbessert. Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren besteht in dieser Hochrisikogruppe dennoch ein ungedeckter Bedarf an neuen, antiinflammatorischen Therapieansätzen.

Quelle: Minha S et al. Inflammation is associated with high disease burden and adverse outcomes in patients with atherosclerotic cardiovascular disease and chronic kidney disease: a real-world evidence study. Präsentation im Rahmen des ESC-Kongresses in München am 28.08.2026

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