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EV-ICD: Neuartiger Defibrillator erstmals in Ulm implantiert

Quelle: Vorbereitung der Sondenplatzierung durch die Oberärzte Liewald (rechts im Bild) und Bothner. (Foto: Universitätsklinikum Ulm)

EV-ICD: Neuartiger Defibrillator erstmals in Ulm implantiert

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Am Universitären Herzzentrum Ulm wurde erstmals ein extravaskulärer implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (EV-ICD) eingesetzt – eine neue Option für Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

Plötzlicher Herztod: Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Der plötzliche Herztod zählt zu den schwersten kardiologischen Notfällen. Auslöser sind häufig gefährliche Herzrhythmusstörungen wie ventrikuläre Tachykardien oder Kammerflimmern. Für Betroffene mit erhöhtem Risiko sind implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICDs) seit Jahren ein zentrales Instrument zur Prävention: Sie erkennen lebensbedrohliche Rhythmusstörungen und unterbrechen sie gezielt durch elektrische Impulse.

Was ist der EV-ICD?

Das Universitäre Herzzentrum Ulm hat nun erstmals erfolgreich einen extravaskulären implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (EV-ICD) eingesetzt. Das Besondere an diesem System: Die Sonde wird unterhalb des Brustbeins implantiert – jedoch außerhalb der Blutgefäße und außerhalb kardialer Strukturen. Das Verfahren kommt damit ohne transvenöse Sonden im Herzen aus.

Für jüngere Patientinnen und Patienten ist das ein entscheidender Vorteil: Es wird eine potenziell geringere Rate an typischen Langzeitkomplikationen erwartet – darunter Infektionen oder Sondendysfunktionen, die bei herkömmlichen Systemen auftreten können.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Hybrid-OP

Die Implantation wurde von einem fachübergreifenden Team im Hybrid-OP durchgeführt:

  • Dr. Johannes Mörike – Leitender Oberarzt der Kardiologie
  • Dr. Carlo Bothner – Oberarzt und Leiter der Devicetherapie
  • Dr. Christian Liewald – Oberarzt der Herzchirurgie

Die enge Zusammenarbeit von Kardiologie und Herzchirurgie innerhalb des Herzzentrums war entscheidend für den Erfolg des Eingriffs.

Umfassendstes Spektrum moderner Herzrhythmusimplantate

Mit der Einführung des EV-ICD bietet das Universitäre Herzzentrum Ulm nun das gesamte Spektrum moderner Herzrhythmusimplantate:

  • Konventionelle Defibrillator- und Schrittmachersysteme
  • Resynchronisationssysteme (einschließlich LBB-Stimulation)
  • Sondenlose Schrittmacher
  • Subkutane ICD-Systeme
  • Neu: Extravaskuläre ICD-Systeme (EV-ICD)

Das Universitäre Herzzentrum Ulm übernimmt damit eine wichtige Versorgungsrolle für Patientinnen und Patienten mit komplexen Herzrhythmuserkrankungen in der Region – und unterstreicht seinen Anspruch als Standort für innovative Herzmedizin.

Quelle: Universitäres Herzzentrum Ulm / Universitätsklinikum Ulm

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