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Frauenquote in klinischen Studien zu niedrig

Frauenquote in klinischen Studien zu niedrig

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Erschienen in: herzmedizin

Frauen sind in klinischen Studien zu kardiovaskulären Erkrankungen nach wie vor unterrepräsentiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Metaanalyse von mehr als 1.000 Studien.

Klinische Studien vor allem auch in der Kardiologie wurden traditionell meist an Männern durchgeführt, und man ging davon aus, dass die Ergebnisse auf Frauen übertragbar seien. Inzwischen ist schon länger bekannt, dass dieses Vorgehen wegen relevanter Geschlechterunterschiede nicht zulässig ist. In einer aktuellen Metaanalyse überprüfte ein US-amerikanisches Forscherteam, inwieweit sich diese Erkenntnis in neueren Studien zu kardiovaskulären Krankheiten niedergeschlagen hat.

1.079 in den Jahren 2017 bis 2023 publizierte klinische Studien an insgesamt fast 1,4 Millionen Patient:innen – davon waren 571.641 Frauen – gingen in die Auswertung ein. Abgesehen von der absoluten Frauenquote legten die Wissenschaftler ihrer Analyse die „Participation to Prevalence Ratio“ (PPR) zugrunde, die das Verhältnis zwischen der Prävalenz einer Erkrankung bei Frauen und deren Teilnahme an entsprechenden Studien definiert. Bei einem PPR unter 0,8 sind Frauen unterrepräsentiert.

Deutliche Lücken bei Medikamentenstudien

Das Ergebnis der Metaanalyse: Frauen sind in klinischen Studien zu kardiovaskulären Erkrankungen nach wie vor unterrepräsentiert. Das Ausmaß variiert von Indikation zu Indikation. Besonders bei Erkrankungen, von denen Frauen häufig betroffen sind, entsprach der Frauenanteil in Studien nicht der Prävalenz. So lag die PPR bei koronarer Herzkrankheit – Prävalenz bei Frauen 43% – bei nur 0,66. Bei Vorhofflimmern mit einer Prävalenz von 65 % lag die PPR bei 0,59 und beim Schlaganfall mit einer Prävalenz von 57 % bei 0,74. In manchen Indikationen wie etwa Adipositas waren Frauen dagegen überrepräsentiert. Mit zunehmendem Alter nahm der Frauenanteil ab: Bei Studienpopulationen unter 55 Jahren war der Frauenanteil mit 46,7 % versus 32,0 % deutlich höher als in der Altersklasse der Über-65-Jährigen.

Unterm Strich wurde in Arzneimittelstudien ein Frauenanteil von nur 34,2 % ermittelt. Studien zu Lebensstilinterventionen dagegen hatten einen Frauenanteil von 55,8 %. Und ein weiterer Unterschied war auffällig: Industriegesponserte Studien berücksichtigen Frauen mit einer Quote von 37,4 % versus 50,0 % deutlich seltener als industrieunabhängige Studien.

Quelle: Rivera FB, Magalong JV, Bantayan NRB et al: Participation of Women in Cardiovascular Trials From 2017 to 2023: A Systematic Review. JAMA Netw Open 2025; 8(8): e2529104

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Bilderquelle: © klepach – adobe.stock.com

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