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GLP-1-Therapie bei Vorhofflimmern mit geringerem Schlaganfallrisiko assoziiert

Medizinische Illustration eines Gehirns mit hervorgehobenen Hirnstrukturen und EKG-Linie zur Darstellung des Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern.

Quelle: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

GLP-1-Therapie bei Vorhofflimmern mit geringerem Schlaganfallrisiko assoziiert

Kongress

Kardiologie

Diabetes, Herzrhythmusstörungen

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Eine dänische landesweite Kohortenstudie deutet darauf hin, dass GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern und Diabetes mellitus mit einem geringeren Risiko für ischämische Schlaganfälle und eine niedrigere Gesamtmortalität verbunden sind. Die Assoziation blieb auch nach Berücksichtigung wichtiger Einflussfaktoren und in einer Propensity-Score-Matched-Analyse bestehen. Da es sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie handelt, lassen sich daraus jedoch keine kausalen Therapieeffekte ableiten.

Dänische Registerdaten zeigen günstigere Outcomes unter GLP-1-Rezeptoragonisten

Vorhofflimmern ist mit einem deutlich erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden. Ob GLP-1-Rezeptoragonisten, die vor allem zur Behandlung des Diabetes mellitus eingesetzt werden und zudem günstige kardiometabolische Effekte zeigen, auch vor Vorhofflimmern-assoziierten Komplikationen schützen könnten, ist bislang nur unzureichend untersucht.

Eine beim ESC-Kongress in München präsentierte dänische Registerstudie hat deshalb den Zusammenhang zwischen der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten und dem Schlaganfallrisiko bei Menschen mit Vorhofflimmern und Diabetes mellitus untersucht. In die retrospektive landesweite Kohorte wurden alle mindestens 18-jährigen Patientinnen und Patienten mit einer zwischen Januar 2010 und Januar 2023 dokumentierten Vorhofflimmern-Diagnose eingeschlossen. Voraussetzung war, dass sie 90 Tage nach der Entlassung noch lebten. Diabetes mellitus wurde anhand eingelöster Verordnungen für blutzuckersenkende Medikamente definiert.

Als GLP-1-Anwenderinnen und -Anwender galten Personen mit einer eingelösten Verordnung innerhalb des Zeitraums von einem Jahr vor bis 90 Tage nach der Entlassung. Die Nachbeobachtung begann am 91. Tag. Primärer Studienendpunkt war ein ischämischer Schlaganfall, sekundärer Endpunkt die Gesamtmortalität. Die Analysen wurden unter anderem für Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen und den CHA₂DS₂-VA-Score adjustiert. Zusätzlich erfolgte ein Propensity-Score-Matching.

Geringeres Schlaganfallrisiko in mehreren Analysen

Insgesamt wurden 41.469 Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern und Diabetes mellitus untersucht. 4.849 Personen (11,7 %) hatten GLP-1-Rezeptoragonisten angewendet, 36.620 (88,3 %) gehörten zur Vergleichsgruppe. Die GLP-1-Anwenderinnen und -Anwender waren im Mittel jünger als die Nichtanwenderinnen und -anwender: 62,2 versus 68,8 Jahre.

In der nicht adjustierten Analyse war die GLP-1-Anwendung mit einem um 35 % niedrigeren Schlaganfallrisiko assoziiert (Hazard Ratio [HR] 0,65; 95-%-KI: 0,56–0,75). Auch nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und den CHA₂DS₂-VA-Score blieb die Assoziation bestehen (HR 0,69; 95%-KI: 0,57–0,81). Die kumulativen Inzidenzkurven zeigten bereits früh eine anhaltende Trennung zugunsten der GLP-1-Anwenderinnen und -Anwender.

Auch bei der Gesamtmortalität ergaben sich günstigere Werte. Die 1-Jahres-Mortalität lag bei 7,9 % unter den GLP-1-Anwenderinnen und -Anwendern gegenüber 13,2 % in der Vergleichsgruppe. Nach drei Jahren betrug sie 18,9 % versus 30,6 %. In der adjustierten Analyse war die GLP-1-Anwendung unabhängig mit einer niedrigeren Gesamtmortalität verbunden (HR 0,86; 95%-KI: 0,81–0,91).

Die Ergebnisse bestätigten sich auch nach Propensity-Score-Matching. In dieser gematchten Kohorte mit 9.698 Personen war die GLP-1-Anwendung mit einem geringeren Risiko für ischämischen Schlaganfall (HR 0,72; 95%-KI: 0,60–0,86) und Gesamtmortalität (HR 0,86; 95%-KI: 0,80–0,93) assoziiert.

Beobachtungsdaten erlauben keine Kausalaussage

Die Studie liefert Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten und günstigeren klinischen Ergebnissen bei Menschen mit Vorhofflimmern und Diabetes mellitus. Die konsistenten Ergebnisse in den adjustierten und gematchten Analysen stärken diese Beobachtung.

Allerdings waren die GLP-1-Anwenderinnen und -Anwender im Ausgangspunkt deutlich jünger. Trotz statistischer Verfahren können Unterschiede zwischen den Gruppen sowie nicht erfasste Einflussfaktoren die Ergebnisse mitbestimmt haben. Die Daten belegen daher nicht, dass GLP-1-Rezeptoragonisten Schlaganfälle oder Todesfälle verhindern. Ob sich die beobachteten Zusammenhänge in randomisierten Studien bestätigen und welche Mechanismen dahinterstehen, muss weiter untersucht werden.

Quelle: Pham M et al. Impact of GLP-1 receptor agonists on risk of stroke in patients with atrial fibrillation: a Danish nationwide cohort study. Präsentation im Rahmen des ESC-Kongresses in München am 29.08.2026

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