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Parenterale Lipidtherapie bei hohem kardiovaskulärem Risiko

Parenterale Lipidtherapie bei hohem kardiovaskulärem Risiko

Aus der Industrie

Kardiologie

Dyslipidämien

3 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Patient*innen mit Lipidstoffwechselstörungen und einem hohen kardiovaskulären Risiko sollten – falls die Behandlung mit Statinen nicht zu einer ausreichenden LDL-C-Senkung führt – in einer weiteren Eskalationsstufe parenteral versorgt werden. Geeignet sind Hemmstoffe der PCSK9-Synthese wie Inclisiran (Lequio®) von Novartis.

Eine leitliniengerechte Versorgung von Patient*innen mit hohem kardiovaskulärem Risiko kann an verschiedenen Faktoren scheitern. So spielt bereits die Arztwahl eine Rolle: Wie die Studie LipidSnapshot ergab, führt die Behandlung durch niedergelassene Kardiologen im Vergleich zur Versorgung bei Allgemeinmedizinern in dieser Patient*innen-Gruppe zu besseren Resultaten. Es erreichten bei Kardiologen behandelte Patient*innen zu 31,5 % den LDL-C-Zielwert von <55 mg/dl im Vergleich zu den in der Allgemeinmedizin versorgten Patient*innen, die diesen Zielwert nur zu 14,4 % erreichten.

Ebenfalls spielen subjektive Faktoren auf Patient*innen-Seite eine große Rolle beim Therapieerfolg: Die Angst vor Nebenwirkungen der eingenommenen Medikamente wie auch deren Zahl vermindern die Therapietreue. Dies kann durch die parenterale Gabe der Medikamente deutlich verbessert werden. So führte die Injektionstherapie mit Inclisiran nach Erfahrung der behandelnden Ärzt*innen bei mehr als 60 % ihrer Patient*innen zu einer Verbesserung der Therapie-Adhärenz.

Solche Erfahrungen aus dem Praxis-Alltag sind auch wichtig für eine realistische Einschätzung des Langzeit-Therapieerfolgs. So zeigte die nicht-interventionelle VICTORION-IMPLEMENT-Studie an Patient*innen mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko und einem unzureichenden Therapieerfolg unter einer noch gerade verträglich-hohen Statintherapie bereits nach der initialen Gabe von Inclisiran eine durchschnittliche LDL-C-Reduktion um mehr als 40 %.

Das Geheimnis des Therapieerfolgs von Inclisiran liegt in einer gründlichen molekularbiologischen Fundierung der Wirkweise. Genutzt wird eine small interfering RNA-Technologie, wodurch die Anzahl der LDL-Rezeptoren auf den Hepatozyten nach einer Injektion über sechs Monate normalisiert, d. h. erhöht wird und so der LDL-Spiegel gesenkt werden kann. In der Erhaltungstherapie reichen jährlich zwei Injektionen aus, um das Therapieergebnis zu sichern.

                                                                                                                                                    Dr. Till U. Keil

Quelle: Symposium: „Early escalation for intense lipid-lovering – the ultimate game-changer for atherosclerotic cardiovascular disease (ASCVD)?” am 30. 08. 2025 während des ESC in Madrid. Veranstalter: Novartis

Bilderquelle: ©Thaut Images – Adobe Stock

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