Kardiologie » Koronare und Gefäßerkrankungen

»

Schlaganfallrisiko: Fingerprint im Auge?

retina scan concept

Schlaganfallrisiko: Fingerprint im Auge?

Aktuelles

Kardiologie

Koronare und Gefäßerkrankungen

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Laut einer Kohortenstudie kann man an der Retina das Schlaganfallrisiko ablesen. Daten von mehr als 45.000 Personen gingen in die Beobachtungsstudie ein und wurden KI-gestützt ausgewertet.

Ähnlichkeiten zwischen den Gefäßen im Augenhintergrund und im Gehirn sind laut den Autoren der Studie die Basis dafür, dass das Gefäßnetz der Retina mit Blick auf das Schlaganfallrisiko als vaskulärer Fingerprint genutzt werden kann. Bisherige Studien in diese Richtung waren widersprüchlich, was auch auf methodische Unschärfen zurückzuführen sein dürfte. Neu an der aktuellen Beobachtungsstudie ist, dass sie Künstliche Intelligenz zur Hilfe nahm, um die Aufnahmen des Augenhintergrunds auszuwerten.

Die Daten von 45.161 Personen in einem mittleren Alter von 55 Jahren wurden erfasst sie stammten aus der UK Biobank. Im Follow-up-Zeitraum von im Mittel 12,5 Jahren erlitten 749 Personen – die gehäuft klassische Risikofaktoren aufwiesen – einen Schlaganfall. Mithilfe des „Retina-based Microvascular Health Assessment Systems“ (RMHAS) suchten die Forscher in Fundusfotografien nach aussagefähigen Gefäßparametern des Retinanetzwerks. Von 118 Parametern seien 29 – nach Adjustierung – sig¬nifikant mit dem Schlaganfallrisiko assoziiert gewesen. Diese Parameter betrafen in erster Linie Dichte und Komplexizität der Netzhautgefäße. Laut den Autoren besaß der vaskuläre Fingerprint mit Blick auf das Schlaganfallrisiko eine vergleichbare Aussagekraft wie klassische Risikoindikatoren.

Quelle: Yusufu M et al: Retinal vascular fingerprints predict incident stroke: findings from the UK Biobank cohort study. Heart 2025. doi: 10.1136/heartjnl-2024-324705

Bilderquelle: © oz – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt hält digitales Display mit Lipidprofil-Tabelle – Cholesterin, Triglyceride, HDL und LDL im Überblick als Illustration zur Lipidforschung und Biomarker-Diagnostik

Neue Plattform beschleunigt Lipidforschung und Biomarker-Suche

Aktuelles

Forschende der TU Dresden und Partneruniversitäten haben eine Plattform entwickelt, die fragmentierte Lipiddaten aus internationalen Datenbanken automatisiert zusammenführt – und damit die Suche nach neuen Biomarkern und Therapien deutlich beschleunigt.

Kardiologie

Dyslipidämien

Beitrag lesen
Kardiologie-Team des Klinikums Hanau unter Leitung von PD Dr. Christof Weinbrenner feiert ersten erfolgreichen Eingriff mit der weltweit dünnsten Defibrillationselektrode OmniaSecure von Medtronic

Weltpremiere in Hanau: Dünnste Defibrillationselektrode erstmals implantiert

Aktuelles

Das Klinikum Hanau hat als erstes Haus die weltweit schlankste Defibrillationselektrode implantiert – ein Durchmesser von nur 1,6 Millimetern eröffnet neue Möglichkeiten in der Behandlung gefährlicher Herzrhythmusstörungen.

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

Beitrag lesen
Zwei Kardiologen im Katheterlabor des Klinikums Wolfsburg bei der Pulsed-Field-Ablation zur Behandlung von Vorhofflimmern

Vorhofflimmern: Klinikum Wolfsburg setzt auf neue Pulsed-Field-Ablation

Aktuelles

Das Klinikum Wolfsburg gehört zu den wenigen Krankenhäusern in Deutschland, die eine neue Katheter-Technologie zur Behandlung von Vorhofflimmern einsetzen. Das Verfahren ist schonender als bisherige Methoden – und verkürzt den Eingriff auf rund 20 Minuten.

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

Beitrag lesen