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Neuer 360-Grad-Katheter gegen Vorhofflimmern: Frankfurt setzt Maßstäbe

Ärzteteam im Herzkatheterlabor bei einer Katheterablation gegen Vorhofflimmern – Monitore zeigen EKG und Katheter-Bildgebung in Echtzeit

Quelle: © Carolina K Smith MD – stock.adobe.com

Neuer 360-Grad-Katheter gegen Vorhofflimmern: Frankfurt setzt Maßstäbe

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Die Universitätsmedizin Frankfurt gehört zu den ersten Zentren in Deutschland, die den innovativen Sphere-360™-Katheter im klinischen Einsatz nutzen. Die Technologie vereint erstmals Diagnose, Behandlung und Erfolgskontrolle in einem einzigen Instrument.

Ersteingriff erfolgreich durchgeführt

Am 23. Juni 2026 führte die Universitätsmedizin Frankfurt den ersten Eingriff mit dem neuen Sphere-360™-Katheter zur Behandlung von Vorhofflimmern durch. Damit zählt das Frankfurter Universitäre Herz- und Gefäßzentrum zu den ersten drei Standorten in Deutschland, die die Technologie nach ihrer europäischen Zulassung im klinischen Alltag einsetzen.

Den Ersteingriff führten Prof. Dr. Reza Wakili, Leiter des Universitären Herzrhythmuszentrums, sowie PD Dr. Laura Rottner, geschäftsführende Oberärztin Rhythmologie, durch.

Vorhofflimmern: Häufig, gefährlich, behandelbar

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung – allein in Deutschland sind mehrere Millionen Menschen betroffen. Bei der Erkrankung schlagen die Herzvorhöfe nicht mehr koordiniert, sondern sehr schnell und unregelmäßig. Typische Beschwerden sind Herzrasen, Luftnot, verminderte Belastbarkeit und Schwindel.

Die gesundheitlichen Risiken sind erheblich: Die gestörte Pumpfunktion begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen, die einen Schlaganfall auslösen können. Darüber hinaus erhöht Vorhofflimmern das Risiko für Herzinsuffizienz und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein Katheter – drei Funktionen

Der Sphere-360™-Katheter des Herstellers Medtronic kommt bei der sogenannten Gepulsten Feldablation (Pulsed Field Ablation, PFA) zum Einsatz. Das Verfahren nutzt kurze elektrische Impulse, um gezielt jenes Herzgewebe zu veröden, das Vorhofflimmern auslöst – während umliegendes gesundes Gewebe geschont wird.

Das Besondere der neuen Technologie: Erstmals lassen sich drei Behandlungsschritte mit einem einzigen Instrument durchführen:

  1. Kartierung der elektrischen Aktivität des Herzens
  2. Ablation des auslösenden Gewebes
  3. Erfolgskontrolle unmittelbar nach dem Eingriff

Bisherige Systeme erforderten dafür den Einsatz mehrerer verschiedener Katheter.

Angepasst an die individuelle Anatomie

Der Sphere-360™-Katheter ist speziell dafür entwickelt worden, die Lungenvenen – häufige Ursprungsorte von Vorhofflimmern – mit nur einer einzigen vollständigen kreisförmigen Ablation zu behandeln, ohne dass der Katheter mehrfach neu positioniert werden muss. Eine flexible Gitterstruktur passt sich dabei an die individuelle Anatomie jedes Patienten an.

Klinische Studien belegen, dass die Therapieergebnisse langfristig stabil bleiben und keine schwerwiegenden behandlungsbedingten Komplikationen beobachtet wurden. In der Regel sind für die Behandlung der Lungenvenen nur wenige Energieabgaben erforderlich.

Stimmen aus Frankfurt

„Die Einführung des Sphere-360™-Katheters ist ein ganz wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der interventionellen Rhythmologie. Die neuartige Technologie kann Eingriffe noch weiter vereinfachen sowie die Effektivität und Sicherheit noch weiter erhöhen. Dies unterstreicht unsere Rolle als eines der Referenzzentren für Ablationstherapie in Europa.“

Prof. Dr. Reza Wakili, Leiter des Universitären Herzrhythmuszentrums

„Für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern eröffnen sich durch die Weiterentwicklung der gepulsten Feldablation zusätzliche Behandlungsoptionen. Als eines der ersten Zentren in Europa und Deutschland können wir ihnen diesen innovativen Ansatz nun anbieten.“

Prof. Dr. David M. Leistner, Direktor der Klinik für Kardiologie/Angiologie

Vorreiter in der interventionellen Rhythmologie

Die Universitätsmedizin Frankfurt zählt seit Jahren zu den führenden Zentren für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen und beteiligt sich regelmäßig an der Einführung und wissenschaftlichen Bewertung neuer Technologien. Mit dem Einsatz des Sphere-360™-Katheters stärkt sie ihre Rolle als eines der führenden Zentren für interventionelle Elektrophysiologie in Deutschland und Europa.

Quelle: Pressemitteilung Universitätsmedizin Frankfurt im Juni 2026

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