Kardiologie » Sonstiges

»

Wearables: die Gesundheit im Blick

Wearables: die Gesundheit im Blick

Aktuelles

Kardiologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Wearables sind tragbare medizinische Sensoren. Einblicke in dieses Forschungsgebiet gibt Prof. Can Dincer, „School of Computation, Information and Technology“ der Technischen Universität München (TUM) und „Munich Institute of Biomedical Engineering“ (MIBE).

Wearables – zum Beispiel Smartwatches oder Smartringe – erfassen per elektronischem Sensor gesundheitsrelevante Informationen und zeigen sie an. Derzeit verwendete Systeme messen u. a. den Blutdruck, die Pulsfrequenz und die Schrittzahl als Indikator des individuellen Bewegungspensums.

Die Forschung ist aber schon weiter. Es wird an Wearables gearbeitet, die nicht nur physikalische, sondern auch chemische und biologische Signale übermitteln können. „Wir versuchen, Biomarker wie Hormone oder Proteine, Medikamente und auch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien nachzuweisen“, erklärte Prof. Dincer. Bestes Bespiel für das medizinische Potenzial solcher Gadgets sind CGM-Systeme zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring.

Wearables, die Biomarker zum Beispiel im Schweiß oder in der Atemluft aufspüren, könnten Bluttests zum Teil ersetzen. Die Herausforderung besteht laut Dincer darin, kleinste Konzentrationen von Biomarkern kontinuierlich und mit hoher Genauigkeit zu messen. In Schweiß und Atemluft liegen als Marker geeignete Biomoleküle in sehr viel geringeren Konzentrationen vor als im Blut.

Welche Rolle könnten Wearables in Zukunft spielen?

„Unsere Vision ist“ – so Dincer – „durch die Kombination von leistungsstarken Wearables und künstlicher Intelligenz Krankheiten im Anfangsstadium zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten.“ Darüber hinaus seien diverse weitere Einsatzmöglichkeiten vorstellbar: Bei unklaren Beschwerden „verordnet“ der Arzt dem Patienten ein Wearable, um eine Verdachtsdiagnose zu sichern oder zu widerlegen. Auch könnten Wearables in Zukunft zum Einsatz kommen, um die Dosierung medikamentöser Therapien optimal auszutarieren. Last but not least lassen sich die tragbaren Sensorsysteme sinnvoll nutzen, um Menschen dafür zu sensibilisieren, auf ihre Gesundheit und einen gesunden Lebensstil zu achten.

Pressemitteilung der Technischen Universität München (TUM) vom 18. Dezember 2024

Bilderquelle: © Mia Bpeopleimages.com – stock.adobe.com; © Swaroop – stock.adobe.com; © Mia Bpeopleimages.com – stock.adobe.com; © Swaroop – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Tablet mit dem Schriftzug „Bluthochdruck“, daneben ein Stethoskop und Diagnoseunterlagen.

Hilo-Report: Hypertonie bei fast einem Viertel der Betroffenen unkontrolliert

Aus der Industrie

Zum Welt-Herz-Tag am 29.10. stand die Blutdruckkontrolle erneut im Fokus. Eine Anbieterbefragung weist auf Lücken bei der Hypertoniekontrolle hin. Kontinuierliche Messsysteme könnten zusätzliche Verlaufsdaten liefern – ihre klinische Aussagekraft ist jedoch geräte- und validierungsabhängig.

Kardiologie

Hypertonie

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines menschlichen Herzens mit blau hervorgehobener Aortenklappe.

Aortenklappeninsuffizienz: Transkathetertherapie versus Operation

Aktuelles

Die europäischen Leitlinien von 2025 befürworten bei hohem Operationsrisiko eine kathetergestützte Therapie der isolierten Aortenklappeninsuffizienz mit dafür entwickelten Klappen wie der JenaValve Trilogy (JVT); Vergleichsdaten zum chirurgischen Aortenklappenersatz (SAVR) sind jedoch rar. Die retrospektive, multizentrische EROICA-Studie verglich daher die klinischen Ergebnisse beider Verfahren.

Kardiologie

Kongresse

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines menschlichen Herzens mit einem aufgelegten Stethoskop.

ESC-Leitlinien setzen neue Akzente bei Herzinsuffizienz und ATTR-CM

Aus der Industrie

Bei einem Bayer-unterstützten Symposium im Rahmen der DGK Herztage 2026 standen die Basistherapie bei HFpEF, Acoramidis bei ATTR-CM und neue Auswertungen zu Vericiguat im Fokus. Die vorgestellten Daten stammen aus Studien mit unterschiedlichem Evidenzgrad und sind entsprechend einzuordnen.

Kardiologie

Kongresse

Beitrag lesen