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Glioblastome und ihre neuronalen Netzwerke: Neue Erkenntnisse bieten Ansatzpunkte für Therapien

Glioblastome und ihre neuronalen Netzwerke: Neue Erkenntnisse bieten Ansatzpunkte für Therapien

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2 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dr. Varun Venkataramani an der Universitätsklinik Heidelberg hat in einer neuen Studie aufgezeigt, wie Glioblastome, die aggressivsten Hirntumoren, neuronale Netzwerke des Gehirns beeinflussen und für ihr eigenes Wachstum nutzen. Die im Fachjournal Cell veröffentlichte Arbeit eröffnet neue Perspektiven für die Diagnostik und Therapie dieser schwer behandelbaren Tumoren.

Tumor und Neuron: Eine gefährliche Verbindung
Die Forscher nutzten eine innovative Methode, die auf dem Einsatz von rabiesbasierten Retrograd-Tracern beruht, um die Verbindungen zwischen Tumorzellen und Neuronen sichtbar zu machen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Glioblastome sich rasch in neuronale Netzwerke integrieren. Insbesondere cholinerge Neuronen fördern diese Integration und begünstigen das Tumorwachstum.
Zudem zeigt die Studie, dass die Erhöhung der neuronalen Aktivität durch Standardtherapien wie die Strahlentherapie die Verbindung zwischen Tumor und Neuronen verstärkt. Diese neuronalen Netzwerke tragen zur Resistenz gegenüber Behandlungen bei.

Neue Therapieansätze im Fokus
Besonders vielversprechend ist der Einsatz genetisch modifizierter Viren, die gezielt Tumor-verbundene Neuronen zerstören können. Dies führte in präklinischen Modellen zu einem Stopp des Tumorwachstums. In Kombination mit der Hemmung neuronaler Aktivität durch pharmakologische Mittel wie den AMPA-Rezeptor-Antagonisten Perampanel konnte die Wirksamkeit weiter gesteigert werden.

Perspektiven für die klinische Praxis
Die Studie liefert nicht nur Einblicke in die Biologie der Tumoren, sondern verdeutlicht auch die Bedeutung personalisierter Therapieansätze. Die Charakterisierung der neuronalen Netzwerke könnte künftig dazu beitragen, Therapien besser auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abzustimmen.


Kontakt Studienautor:
Dr. Varun Venkataramani
Universitätsklinik Heidelberg
E-Mail: varun.venkataramani@med.uni-heidelberg.de

Zur Originalstudie kommen Sie hier.

Bilderquelle: © andyaziz6

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