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Immuntherapie bei MS: Aktualisierung der Impfstrategie

Symbolbild, zeigt, wie nach einer Auffrischungsimpfung ein Pflaster aufgeklebt wird.

Immuntherapie bei MS: Aktualisierung der Impfstrategie

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: neuro aktuell

Die neuen Empfehlungen zur Impfstrategie bei Multipler Sklerose betonen die dringende Notwendigkeit einer proaktiven und frühzeitigen Impfung. Idealerweise sollte diese vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie erfolgen, um schwere Infektionen und Krankheitsrisiken zu minimieren, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Dabei ist es essenziell, die Fragen hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen im Rahmen der Immuntherapie allgemein und individuell für jede einzelne Person hinreichend zu klären. Als Hilfestellung für den Praxisalltag hat der KKNMS e.V. in diesem Zusammenhang die Pocketcard Impfen aktualisiert.

Aufgrund ihrer Erkrankung und der oft immunsupprimierenden Therapien sind Menschen mit Multipler Sklerose (MS) besonders gefährdet, schwere Infektionen zu erleiden, die zu Schüben und bleibenden Behinderungen führen können. Die aktuelle Strategie empfiehlt, notwendige Impfungen möglichst gut zu planen und frühzeitig abzuschließen, idealerweise bevor eine neue verlaufsmodifizierende Immuntherapie begonnen wird.

„Eine frühzeitige Impfung ist ein entscheidender Baustein in der Behandlung der Multiplen Sklerose, da jede vermeidbare Infektion den Verlauf der MS negativ beeinflussen kann. Es müssen aber immer auch die individuellen Risiken geprüft werden, um die Immuntherapie wie auch die Impfung für Menschen mit MS als integralen Bestandteil ihres langfristigen Krankheitsmanagements sicher zu gestalten“, sagt Frau Prof. Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Mainz. Prof. Ralf Linker, Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsklinik Regensburg und Vorstandssprecher des KKNMS e.V. ergänzt: „Der Auftrag des Kompetenznetzes Multiple Sklerose ist es, mit klaren Impfempfehlungen und Handlungsanweisungen den Praxisalltag der Kolleginnen und Kollegen zu erleichtern und fundierte Informationen zu liefern.“

Klar definierte Impfrichtlinien sind entscheidend, um Menschen mit MS besser zu schützen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Eine individuelle Beratung durch den behandelnden Neurologen, bei der die Lebenssituation, die Therapiestrategie und mögliche Begleiterkrankungen berücksichtigt werden, ist hierfür unerlässlich. Zu den essenziellen Impfungen gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zum Schutz vor Infektionen zählen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Keuchhusten, Hepatitis B, Grippe (Influenza), Herpes Zoster, Pneumokokken, Meningokokken und SARS-CoV-2 (Covid-19).

In ihrer Studie präsentieren Schraad und Kollegen (2025) auf der Grundlage einer Literaturrecherche einen evidenzbasierten deutschen Expertenkonsens mit Empfehlungen zur Art und zum Zeitpunkt von Impfungen bei Immuntherapien bei neurologischen Autoimmunerkrankungen. Da jede Immuntherapie die spezifische humorale und zelluläre Reaktion auf die Impfung beeinflussen kann, ist es generell ratsam, die Impfung vor Beginn der Immuntherapie abzuschließen. Bei einem aktiven entzündlichen Krankheitsverlauf der MS mit dem Risiko möglicher irreversibler neurologischer Ausfälle ist eine Verzögerung des Therapiebeginns bis zum Abschluss der Immunisierung jedoch nicht zu rechtfertigen. Die Anwendung von Lebendimpfstoffen ist für die meisten Immuntherapien kontraindiziert und wird nur nach einer strengen Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen. Detaillierte Empfehlungen zu den jeweiligen Impfzeitpunkten für die verschiedenen MS-Wirkstoffe finden sich in der KKNMS e.V. „Pocketcard Impfen“ (Version 0.0.3, Stand: 16.01.2026).

Quelle: Pressemeldung Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose (idw, 19.1.26)

Referenzen
[1] Schraad, M., Mäurer, M., Salmen, A., Ruck, T., Uphaus, T., Fleischer, V., … & Zipp, F. (2025). Cellular and humoral vaccination response under immunother- apies—German consensus on vaccination strategies in neurological autoimmune diseases. Therapeutic Advances in Neurological Disorders, 18, https://doi.org/10.1177/17562864251396006
[2] aktualisierte „Pocketcard Impfen“ (Version 0.0.3; Stand 16.01.2026):
https://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/wp-content/uplo– ads/2026/01/KKNMS_Pocketcard-Impfen_Update-16.01.2026_FINAL.pdf

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