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Mikroglia und neurodegenerative Erkrankungen: Geschlechtsspezifische Unterschiede mit therapeutischer Relevanz

Darstellung der Mikroglia im zentralen Nervensystem

Mikroglia und neurodegenerative Erkrankungen: Geschlechtsspezifische Unterschiede mit therapeutischer Relevanz

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2 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Eine aktuelle Studie des Del Monte Institute for Neuroscience an der University of Rochester hat fundamentale geschlechtsspezifische Unterschiede in der Funktion der Mikroglia, den Immunzellen des Gehirns, identifiziert. Diese Erkenntnisse könnten Auswirkungen auf die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson haben.

Mikroglia sind Teil des zellulären Immunsystems und entscheidend für die Aufrechterhaltung der neuronalen Homöostase. Ihre Dysfunktion wird mit zahlreichen neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass Mikroglia in männlichen und weiblichen Gehirnen unterschiedlich auf den Enzyminhibitor PLX3397 reagieren, ein in der Forschung häufig verwendetes Mittel zur Depletion dieser Immunzellen. Während in männlichen Gehirnen eine ausgeprägte Zellreduktion beobachtet wurde, zeigten Mikroglia in weiblichen Gehirnen alternative Signalwege, die ihr Überleben begünstigten.

Die Studie ergab, dass Mikroglia in weiblichen Gehirnen vermehrt Autophagie- und Proteostase-Mechanismen aktivieren, während Mikroglia in männlichen Gehirnen eher mitochondriale Prozesse und oxidative Phosphorylierung hochregulieren. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Mikroglia-Aktivität könnten erklären, warum Alzheimer häufiger bei Frauen und Parkinson häufiger bei Männern diagnostiziert wird.
„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Mikroglia in verschiedenen biologischen Kontexten unterschiedliche Überlebensstrategien nutzen. Dies eröffnet neue Wege für gezielte therapeutische Interventionen“, erklärt Prof. Ania Majewska, leitende Autorin der Studie, die kürzlich in Cell Reports veröffentlicht wurde.

Die neuen Erkenntnisse legen nahe, dass hormonelle und entzündliche Faktoren eine bedeutende Rolle bei der Regulation der Mikroglia-Aktivität spielen. Daraus ergibt sich ein innovativer Ansatz für personalisierte Behandlungsstrategien neurodegenerativer Erkrankungen.

Die Studie wurde von der National Institute of Neurological Disorders and Stroke, dem US-Verteidigungsministerium sowie durch verschiedene wissenschaftliche Stiftungen gefördert.

Kontakt:
Dr. Kelsie Smith Hayduk
University of Rochester
E-Mail: Kelsie_Smith-Hayduk@urmc.rochester.edu

Zur Originalstudie kommen Sie hier.

Bilderquelle: © Pixels

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