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MIND-Diät zur Demenzprävention

MIND-Diät zur Demenzprävention

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Erschienen in: neuro aktuell

Eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte die MIND-Diät („Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay“) zur Prävention des kognitiven Abbaus bei ca. 300 älteren, kognitiv unbeeinträchtigten Menschen, die ein erhöhtes Demenzrisiko haben. Nach drei Jahren zeigten sich gegenüber der Kontrollgruppe keine signifikanten Veränderungen bzw. Verbesserungen der Kognition und zerebraler MRT-Befunde.

Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass zwischen Ernährung und kognitivem Abbau ein Zusammenhang besteht, Daten aus klinischen Studien sind jedoch begrenzt. Eine randomisierte, kontrollierte Studie [1] untersuchte daher bei älteren Erwachsenen ohne kognitive Beeinträchtigung, jedoch mit positiver Familienanamnese für Demenz sowie einem BMI >25 kg/m2 und suboptimalen Ernährungsgewohnheiten (anhand eines Fragebogens ermittelt), den Effekt der sogenannten MIND-Diät (mit leichter Kalorieneinschränkung). Die MIND-Diät ist eine Kombination von Mittelmeerdiät und DASH-Diät („Dietary Approaches to Stop Hypertension“).

Von fast 2.000 gescreenten Personen wurden 604 randomisiert (301 in die Gruppe mit MIND-Diät und 303 in die Kontrollgruppe mit Beibehaltung der bisherigen Ernährung). Gleichzeitig erfolgte in beiden Gruppen eine Ernährungsberatung zur leichten Kalorienrestriktion zwecks Gewichtsabnahme (Ziel täglich -250 kcal).

Primärer Endpunkt war die Änderung eines globalen Kognitionsscores nach drei Jahren (höhere Werte bedeuten bessere kognitive Leistung), ermittelt anhand einer Testbatterie mit vier kognitiven Domänen (episodisches und semantisches Gedächtnis, exekutive Funktionen und Wahrnehmung). Sekundärer Outcome waren Veränderungen im MRT gegenüber dem Initialbefund (Hyperintensitäten, Gesamtgehirn- und Hippocampusvolumen).

93,4% der Teilnehmenden schlossen die Studie ab; der Gewichtsverlust war in den Gruppen vergleichbar (ca. -5 kg). Die globale Kognition verbesserte sich ebenfalls in beiden Gruppen (um +0,205 „standardisierte Einheiten“ in der MIND-Gruppe und +0,170 in der Kontrollgruppe; mittlere Differenz 0,035 nicht signifikant; p=0,23). Auch die MRT-Veränderungen unterschieden sich nicht.

Das Autorenteam diskutiert, ob die Nachbeobachtungszeit möglicherweise zu kurz war, um signifikante Unterschiede zu finden; außerdem könnte sich die Kontrollgruppe unbewusst ebenfalls gesünder ernährt haben, zumindest war der Gewichtsverlust vergleichbar. Auch sei eine globale Generalisierbarkeit der Ergebnisse schwierig, da die Teilnehmenden größtenteils gebildete, ältere Erwachsene von vorwiegend europäischer Abstammung waren.

Literatur:

  1. Barnes LL, Dhana K, Liu X et al. Trial of the MIND Diet for Prevention of Cognitive Decline in Older Persons. N Engl J Med 2023 Jul 18 doi: 10.1056/NEJMoa2302368. Online ahead of print.
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2302368

Quelle: DGN

Bilderquelle: © Jeanette Dietl_ stock.adobe.com

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