Im vergangenen Jahr erschien die Neufassung der Leitlinie „Restless Legs Syndrom“. Sie betont die Kontrolle und Optimierung des Eisenstoffwechsels, das frühzeitige Erkennen und Behandeln komorbider Faktoren und empfiehlt bei der Therapie ein langsames, symptomorientiertes Vorgehen. Zur Behandlung des Restless Legs Syndrom (RLS) sollte primär Eisen eingesetzt werden. Wenn unter Eisentherapie keine Verbesserung erzielt wird oder die Voraussetzungen für eine Eisentherapie nicht erfüllt sind, sind sogenannte Non-Ergot-Dopaminagonisten die Behandlung erster Wahl. Levodopa soll nicht mehr zur kontinuierlichen Therapie, sondern nur noch zu diagnostischen Zwecken und zur intermittierenden Therapie (max. 100 mg) eingesetzt werden. Wenn die Monotherapie mit einem Dopaminagonisten nicht ausreichend ist, kann eine Monotherapie mit einem Gabapentinoid oder eine Kombinationstherapie eines Dopaminagonisten mit einem Opioid und/oder einem Gabapentinoid erfolgen. Bei einer Augmentation oder Therapieversagen bei mittel- bis schwergradigem RLS können als Medikamente der zweiten Wahl Opioide wie Oxycodon/Naloxon retard oder andere Opioide (off-label use) eingesetzt werden. Cannabinoide, Magnesium und Benzodiazepine können zur Behandlung des RLS nicht empfohlen werden. Nicht medikamentöse Therapieoptionen können allein oder zusätzlich angewendet werden, Evidenz liegt für Bewegungstraining, Spinale Gleichstromstimulation und Infrarot-Lichttherapie vor. Der Einsatz von Akupunktur, pneumatischer Kompression, endovaskulärer Laserablation, Kryotherapie und Phytotherapie wird aufgrund fehlender Evidenz von der Leitlinie derzeit nicht empfohlen.
Weitere Beiträge zu diesem Thema

Einsamkeit und Paranoia: Die Psychologie von Expeditionsteams
Auf der Concordia Station in der Antarktis herrschen außergewöhnlich extreme Lebensbedingungen: Die Forschungsstation liegt auf dem rund 3.200 Meter hohen antarktischen Eisplateau, weit entfernt von jeder anderen dauerhaft bewohnten Siedlung. Temperaturen von deutlich unter −50 °C, monatelange Dunkelheit im polaren Winter und die dünne, trockene Höhenluft prägen den Alltag der dort stationierten Forschenden.

Alzheimer-Demenz: Ethische Bewertung der Früherkennung bei symptomlosen Personen
Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Aufarbeitung ethischer, sozialer, rechtlicher und organisatorischer Aspekte, die mit der Früherkennung einer Alzheimer-Demenz bei symptomlosen Personen verbunden sind.

Biologisches Geschlecht und Epilepsie – Aktuelle Evidenz und klinische Relevanz
Die Berücksichtigung des biologischen Geschlechts hat sich in vielen Bereichen der Medizin zu einem festen Bestandteil einer individualisierten Versorgung entwickelt. So wurden beispielsweise geschlechtsspezifische Tumorfrüherkennungsprogramme entwickelt, da sich Prävalenz und Spektrum verschiedener Tumorerkrankungen zwischen Männern und Frauen unterscheiden.

