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Malignes Melanom: Sentinel-Tumorlast unabhängiger prognostischer Faktor

Malignes Melanom: Sentinel-Tumorlast unabhängiger prognostischer Faktor

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Erschienen in: onkologie heute

Die Sentinel-Lymphonodektomie (SLNE) ist das Standard–Verfahren beim malignen Melanom, und der Sentinel-Node-Status ist der wichtigste prognostische Faktor für den Krankheitsverlauf bei Erkrankungen im AJCC-Stadium I/II. Retrospektive Studien haben den prognostischen Wert der Sentinel-Tumorlast gezeigt, die mit verschiedenen Methoden bewertet werden kann, z. B. anhand der mikroanatomischen Lage oder des maximalen Durchmessers der größten SLN-Metastase (Rotterdam-Klassifikation).

Der therapeutische Wert der Sentinel-Node-Biopsie mit anschließender frühzeitiger radikaler Komplettierungsdissektion (CLND) ist jedoch nach wie vor umstritten. Diese Fragestellung wurde in der EORTC 1208-Studie (MiniTub), einem prospektiven Register für Betroffene mit MM und minimaler SN-Tumorlast, adressiert. Bei den in das Register aufgenommenen Patient*innen wurde nach Absprache mit den behandelnden Ärzt*innen auf der Grundlage ihrer eigenen Entscheidung entweder eine CLND durchgeführt oder sie wurden seriell nachbeobachtet (ohne CLND). Ziel der war es festzustellen, ob die serielle Nodalbeobachtung ein vergleichbares 5-Jahres-Intervall für Fernmetastasen aufweist wie die CLND.

Zwischen 2015 und 2021 wurden 296 Patient*innen aus 21 Zentren in neun Ländern in das Register aufgenommen (n = 17 CLND und n = 279 serielle Nachbeobachtung [OBS], darunter n = 201 mit pT2–3), davon waren 149 für die Auswertung geeignet (Hauptgruppe). In den ersten beiden Jahren erfolgte eine Kontrolluntersuchung alle vier Monate, anschließend halbjährlich (Jahre 3–5) bzw. jährlich (Jahre 6–10). Eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten wurde bei jeder Visite empfohlen. Die Hypothese war, dass die kumulative Inzidenz von Fernmetastasen nach fünf Jahren bei pT2/3-Patient*innen unter 20 % liegt.

Die zentrale pathologische Untersuchung ergab bei 33 Patient*innen (11 %) keine Metastasierung und bei 36 (12 %) keine minimale SN-Tumorlast. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 4,5 Jahre. Die kumulative Inzidenz von Fernmetastasen und Melanom-bedingten Tod nach 5 Jahren betrug 15 % (90%-Konfidenzintervall [KI]: 10–21 %; p = 0,096) und 8 % in der Hauptgruppe. Die SN-Tumorlast (> 0,1 vs. < 0,1 mm) (HR 2,35; p = 0,022) sowie das AJCC-Stadium (HR 3,09 für IIIB vs. IIIA und 5,01 für IIIC vs. IIIA; p < 0,001) wurden als unabhängige prognostische Faktoren identifiziert.

Die zentrale Überprüfung ergab eine Überdiagnose bei 11 % der Patient*innen. Diese erste und einzige prospektive Studie bei Betroffenen mit malignem Melanom und minimaler SN-Tumorlast zeigte niedrige Raten von Fernmetastasen oder Tod. Da die SN-Tumorlast sich als ein unabhängiger prognostischer Faktor erwies, sollte es nach Empfehlung der Autor*innen in Erwägung gezogen werden, diesen Parameter in künftige -Systeme aufzunehmen. Damit ließen sich die Prognose verbessern und Patient*innen mit niedrigem Risiko im Stadium III die potenzielle Toxizität einer adjuvanten Therapie ersparen.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Van Akkooi AC et al.  Primary analysis of the EORTC 1208 Minitub trial: Prospective registry of sentinel node (SN) positive melanoma patients with minimal SN tumor burden. ESMO 2024; Abstract 1076O

Bilderquelle: © InsideCreativeHouse – stock.adobe.com

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