Onkologie » Hämatoonkologie

»

Optimale Therapiesequenz: BiTEs vor CAR T-Zellen oder umgekehrt?

3D-Illustration der Interaktion zwischen CAR-T-Zellen und ihren Zielzellen.

Optimale Therapiesequenz: BiTEs vor CAR T-Zellen oder umgekehrt?

Aktuelles

Onkologie

Hämatoonkologie

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die Therapie mit CAR-T-Zellen sowie bispezifischen T‑Zell-aktivierenden Antikörpern („bispecific T cell engagers“ [BiTE]) sind eine moderne Säule der Immuntherapie geworden und füllen eine Lücke in der Behandlung rezidivierter bzw. refraktärer hämatoonkologischer Erkrankungen mit beeindruckenden Ansprechraten nach Versagen vorheriger Therapielinien. Damit stellt sich zunehmend auch die Frage: Wie ist die optimale Sequenz beider Immuntherapeutika? Dies lässt sich nach der derzeitigen Datenlage nicht klar beantworten, so das Fazit von Prof. Dr. Marion Subklewe, München, Medizinische Klinik und Poliklinik III der Ludwig-Maximilians-Universität München, in einer DGHO-Fortbildungsveranstaltung.

Bei der B-Zell-Vorläufer akuten lymphatischen Leukämie (BCP-ALL) stelle sich laut Subklewe diese Frage zunächst erst einmal nicht, da der BiTE Blinatumomab in der Firstline-Behandlung fix implementiert ist, und die CAR-T-Zelltherapie als Secondline eingesetzt wird.

„Beim follikulären Lymphom ist es die schwierigste Situation, weil wir mit dem BiTE Mosunetuzumab eine wirklich attraktive Alternative haben, und sicherlich wird das wahrscheinlich vor der CAR-T-Zelltherapie in vielen Fällen eingesetzt. Hier brauchen wir bessere Biomarker, um herauszufinden, wer mehr von CAR-T-Zellen oder von BiTEs profitiert“, so die Münchner Expertin.

Bei Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom (LBCL) steht dagegen eindeutig die CAR-T-Zelltherapie an erster Stelle: In der Drittline können die Kuration und in der Zweitlinie Langzeitremissionen, wahrscheinlich auch eine Heilung, erreicht werden. Für die BiTEs fehlen in dieser Indikation sowohl Langzeit- als auch Real World-Daten, um das gleichzusetzen.

Beim Multiplen Myelom sei es nach den abschließenden Ausführungen von Subklewe nach der derzeitigen Datenlage klar, dass die Gabe von BiTEs vor einer CAR-T-Zelltherapie durch einen Antigen-Verlust zu einem schlechteren Outcome der CAR-T-Zelltherapie führt. „Daher wäre meine Empfehlung für MM-Patienten, die für eine CAR-T-Zelltherapie in Frage kommen, diese zuerst zu geben und BiTEs als zweite Option“.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Subklewe M. Fortbildungsveranstaltung: „Die optimale Therapie-Sequenz von BiTEs und CAR T-Zellen“ im Rahmen der DGHO-Jahrestagung 2023 am 13.10.23

Bilderquelle: © Alpha Tauri 3D, stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Schwarzes Labormikroskop im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet ein Wissenschaftler im weißen Kittel an einem Labortisch

Vom Mikroskop zur KI: Heidelberger Neuropathologie im Wandel

Aktuelles

Nach fast 20 Jahren übergibt Professor Dr. Andreas von Deimling die Leitung der Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg an Professor Dr. Dr. Felix Sahm. Unter seiner Führung entwickelte die Abteilung neue molekulare Diagnoseverfahren, die die Hirntumordiagnostik weltweit veränderten. Heute zählt sie zu den international führenden Referenzzentren ihres Fachgebiets.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Handschlag über einem Schreibtisch als Symbol für eine Kooperation

Krebsprävention: DKFZ und BIPS bündeln ihre vereinten Kräfte

Aktuelles

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) möchten ihre Zusammenarbeit in der Krebsprävention deutlich ausbauen. Ein Memorandum of Understanding besiegelt erstmals die fünfjährige Partnerschaft ab September 2026. Erste Projekte zum risikoadaptierten Prostatakrebs-Screening starten bereits in diesem Jahr.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Referent praesentiert Diagramme auf Leinwand vor Publikum bei Vortrag zu Gender Data Gap

Öffentlicher Vortrag: Gender Data Gap bei Krebs

Kongress

Männer und Frauen erkranken nicht nur unterschiedlich häufig an Krebs, sie sprechen oft auch unterschiedlich auf Therapien an. Dennoch werden geschlechtsspezifische Unterschiede in Forschung und klinischen Studien häufig unzureichend berücksichtigt.

Onkologie

Lungenkarzinom

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen