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Phase-II-Studie PrECOG 0405: Erste vielversprechende Ergebnisse mit Venetoclax, Bendamustin und Rituximab bei Mantelzell-Lymphom

Phase-II-Studie PrECOG 0405: Erste vielversprechende Ergebnisse mit Venetoclax, Bendamustin und Rituximab bei Mantelzell-Lymphom

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Erschienen in: onkologie heute

Das Mantelzell-Lymphom (MCL) ist eine unheilbare Form des aggressiven Non-Hodgkin-Lymphoms. Die Wahl der Behandlung zum Zeitpunkt der Diagnose richtet sich nach der Verträglichkeit von Cytarabin und hochdosierter Chemotherapie. Bei einem Durchschnittsalter von 60 bis 70 Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose kommen viele Betroffene für eine aggressive Behandlung nicht in Frage. Bendamustin und Rituximab sind eine sinnvolle Behandlungsoption für diese Patient:innengruppe, und Venetoclax zeigte in präklinischen Untersuchungen Synergien mit der Chemoimmuntherapie.

Vor diesem Hintergrund untersucht die offene, einarmige Phase-II-Studie PrECOG-0405 die Wirksamkeit und Sicherheit von Venetoclax in Kombination mit Bendamustin und Rituximab bei zuvor unbehandelten MCL-Patient:innen im Alter über 60 Jahren mit t(11;14) FISH-Diagnostik) oder Cyclin-D1-Expression (IHC-Diagnostik). Voraussetzungen für die Studienteilnahme waren unter anderem ein guter ECOG-Performancestatus (ECOG 0–2) sowie eine adäquate Knochenmark- und Organfunktion, insbesondere eine Kreatinin-Clearance von ≥ 40 ml/min.

33 Patient:innen erhielten von Januar 2020 bis März 2022 Bendamustin entweder in einer Dosierung von 90 mg/m2 an Tag 1 und 2 oder 70 mg/m2 bei einem Alter über 75 Jahren (n = 7). Die Dosis von Venetoclax wurde während des ersten Zyklus auf 200 mg erhöht. Im zweiten Zyklus wurde die Rituximab-Gabe wiederholt und die Venetoclax-Dosis auf 400 mg gesteigert. In den Zyklen 2 bis 6 erhielten die Studienteilnehmenden Venetoclax 400 mg oral täglich nur an den Tagen 1 bis 10. Primärer Endpunkt war eine PET-negative komplette Ansprechrate (CR) am Ende der Behandlung (EOT) nach Lugano-Kriterien. Die Erhaltungstherapie mit Rituximab wurde nach Ermessen des Prüfarztes empfohlen.

Die Gesamtansprechrate lag bei 97 % und die durch PET-negative Knochenmarksbiopsie bestätigte CR-Rate bei EOT betrug 85 %, womit der primäre Endpunkt (≥ 23 CRs) erreicht wurde. Das geschätzte 2-Jahres-PFS und OS lagen bei 69,7 % bzw. 81,1 %.  Bei einer medianen Überlebenszeit von 21,5 Monaten wurden das mediane PFS und OS nicht erreicht. 57,6 % der Patient:innen erhielt eine Erhaltungstherapie mit Rituximab.

Die Behandlung war im Allgemeinen gut verträglich, von den behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (TRAE) Grad ≥ 3 traten am häufigsten Neutropenien (15 %), Thrombozytopenien (15 %) und Lymphopenien auf (27 %). Weitere häufige nicht-hämatologische TRAE aller Grade waren Übelkeit/Erbrechen (79 %), Durchfall (30 %) und Müdigkeit (52 %). Ein Tumorlyse-Syndrom (TLS) wurde anhand von Laborparametern bei lediglich zwei Patient:innen während des ersten Zyklusses beobachtet; ein klinisches TLS trat bei keinem auf. 66,7 % der Teilnehmenden schlossen sechs Zyklen Rituximab-Venetoclax ab.

Mit einer PET-negativen CR-Rate von 85 % erwies sich die Kombination Rituximab-Venetoclax in dieser älteren Patient:innenpopulation als vielversprechendes Regime. Die Verträglichkeit war im Allgemeinen gut, obwohl gastrointestinale Toxizitäten häufig auftraten. Für eine abschließende Beurteilung sind längere Nachbeobachtungszeiten erforderlich.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Portell C et al. Primary Analysis and Results of Bendamustine, Rituximab, and Venetoclax (BR-VEN) for Initial Treatment of Mantle Cell Lymphoma in Subjects over 60 Years of Age (PrE0405). ASH-Jahreskongress 2023 vom 9.–12. Dezember 2023, San Diego; Abstract #733

Bilderquelle: © Zhanna – stock.adobe.com

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