Onkologie » Hämatoonkologie » Multiples Myelom

»

Subgruppenanalyse KarMMa-3-Studie: CAR-T-Zelltherapie mit Ide-Cel verbessert auch bei Hochrisiko-Myelom das Outcome

Subgruppenanalyse KarMMa-3-Studie: CAR-T-Zelltherapie mit Ide-Cel verbessert auch bei Hochrisiko-Myelom das Outcome

Aktuelles

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Trotz der Verbesserungen der Behandlungsmöglichkeiten von Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelon (rrMM) durch den Einsatz von Kombinationstherapien mit Immunmodulatoren, Proteasom-Inhibitoren und monoklonalen Anti-CD38-Antikörpern werden die Patient:innen zu einem früheren Zeitpunkt im Behandlungsverlauf Triple-Class refraktär (TCR).

Ide-Cel, eine gegen BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie, verbesserte in der KarMMa-3-Studie signifikant das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS; 13,3 vs. 4,4 Monate; p < 0,0001) und die Gesamtansprechraten (ORR; 71 % vs. 42 %; p < 0,001) versus Standardtherapien (DPd, DVd, IRd, Kd oder EPd) in der Gesamtpopulation von triple-class-exposed (TCE) rrMM-Patient:innen [1].

Inwieweit auch Betroffene mit Hochrisiko-Charakteristika (del[17p], t[4;14] t[14;16]), R-ISS-Stadium III, hohe Tumorlast [≥ 50 % CD138-positive Plasmazellen im Knochenmark], extramedulläre Erkrankung [EMP], TCR) innerhalb dieser Studie von Ide-Cel profitieren, untersuchte die vorliegende Subgruppenanalyse.

Nach einem medianen Follow-up von 18,6 Monaten war das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) bei Studienteilnehmer:innen im Ide-Cel-Arm in allen Hochrisiko-Subgruppen länger als unter Standardtherapien (zytogenetische Anomalien: 11,9 vs. 4,2 Monate; R-ISS Stadium III: 5,2 vs. 3,0 Monate; hohe Tumorlast: 11,0 vs. 4,9 Monate; EMP: 7,2 vs. 2,0 Monate; TCR 11,2 vs. 3,5 Monate). Auch das Gesamtansprechen (ORR) wurde durch Ide-Cel im Vergleich verbessert, unabhängig vom Vorliegen einer Hochrisikokonstellation. Die CAR-T-Zelltherapie führte ebenso zu einem Anstieg der Rate kompletter Remissionen (CRR) in allen Hochrisiko-Subgruppen (zytogenetische Anomalien: 31,8 % vs. 4,9 %; R-ISS-Stadium III: 16,1 % vs. 7,1 %, hohe Tumorlast: 31,0 % vs. 8,8 %; EMP: 23,0 % vs. 3,1%; TCR  33,5 % vs. 1,1 %).

Wie die Autor:innen zusammenfassen, wiesen TCE rrMM-Patient:innen nach CAR-T-Zelltherapie mit Ide-Cel ein geringeres Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder Tod auf. Zudem war die Wahrscheinlichkeit höher, insgesamt anzusprechen und eine komplette Remission zu erreichen, unabhängig von einer Hochrisiko-Erkrankung zu Studienbeginn. Insgesamt unterstützen diese Ergebnisse den Einsatz von Ide-Cel bei TCE rrMM, einschließlich bei Patient:innen mit schwer zu behandelnder Hochrisiko-Konstellation.

Dr. Katrina Recker

Referenzen:

  1. Rodríguez-Otero P et al. N Engl J Med 2023; 388: 1002–14

Quelle: Patel K et al. Idecabtagene vicleucel (ide-cel) vs standard regimes in patients with triple-class-exposed (TCE) relapsed ynd refractory multiple myeloma (RRMM): a KarMMa-3 analysis in high-risk subgroups. Session: MM Clinical: BCMA targeted therapies, Oral Presentation (S195), EHA 2023

Bilderquelle: © Alpha Tauri 3D – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Schwarzes Labormikroskop im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet ein Wissenschaftler im weißen Kittel an einem Labortisch

Vom Mikroskop zur KI: Heidelberger Neuropathologie im Wandel

Aktuelles

Nach fast 20 Jahren übergibt Professor Dr. Andreas von Deimling die Leitung der Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg an Professor Dr. Dr. Felix Sahm. Unter seiner Führung entwickelte die Abteilung neue molekulare Diagnoseverfahren, die die Hirntumordiagnostik weltweit veränderten. Heute zählt sie zu den international führenden Referenzzentren ihres Fachgebiets.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Handschlag über einem Schreibtisch als Symbol für eine Kooperation

Krebsprävention: DKFZ und BIPS bündeln ihre vereinten Kräfte

Aktuelles

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) möchten ihre Zusammenarbeit in der Krebsprävention deutlich ausbauen. Ein Memorandum of Understanding besiegelt erstmals die fünfjährige Partnerschaft ab September 2026. Erste Projekte zum risikoadaptierten Prostatakrebs-Screening starten bereits in diesem Jahr.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Referent praesentiert Diagramme auf Leinwand vor Publikum bei Vortrag zu Gender Data Gap

Öffentlicher Vortrag: Gender Data Gap bei Krebs

Kongress

Männer und Frauen erkranken nicht nur unterschiedlich häufig an Krebs, sie sprechen oft auch unterschiedlich auf Therapien an. Dennoch werden geschlechtsspezifische Unterschiede in Forschung und klinischen Studien häufig unzureichend berücksichtigt.

Onkologie

Lungenkarzinom

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen